Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

French Open

Novak Djokovic fordert mehr Mitspracherecht für Profis

TOPSHOT-TENNIS-FRA-OPEN
APA/AFP/THOMAS SAMSON
  • Drucken

„Viele Stimmen der Spieler werden nicht genug gehört": der Serbe Novak Djokovic setzt sich beim Grand Slam in Paris in Szene. Allerdings, das Problem sei, dass „seine" Gewerkschaft PTPA von anderen Organisationen noch nicht offiziell akzeptiert sei.

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat mehr Mitspracherecht für die Tennisprofis in wichtigen Fragen wie der Punktevergabe beim Turnier in Wimbledon gefordert. "Wenn es um solch große Entscheidungen geht, werden viele Stimmen der Spieler nicht genug gehört", sagte Djokovic bei den French Open in Paris. Auch deshalb habe er 2020 vor den US Open die Spielergewerkschaft PTPA gegründet.

Das Problem sei, dass die PTPA innerhalb der Szene von den anderen Organisationen noch nicht offiziell akzeptiert sei. "Wir sitzen nicht am Verhandlungstisch, wo wir sein sollten, weil wir bisher von den Grand-Slam-Turnieren und auch von keinem anderen anerkannt werden", klagte Djokovic. Stattdessen seien die Players Council innerhalb der beiden Organisationen ATP (Männer) und WTA (Frauen) die Ansprechpartner, die durch ihre Struktur innerhalb von ATP und WTA die Interessen der Spielerinnen und Spieler aber nicht zu 100 Prozent vertreten würden.

Die Frage nach der Vergabe von Ranglistenpunkten beim Rasen-Klassiker in Wimbledon (27. Juni bis 10 Juli) beschäftigt derzeit die Tenniswelt. ATP und WTA hatten am vergangenen Freitag entschieden, in Wimbledon in diesem Jahr keine Weltranglistenpunkte zu vergeben. Grund dafür ist der Ausschluss von Profis aus Russland und Belarus wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Daraufhin hatten einige Profis angedeutet, eventuell in diesem Jahr auf Wimbledon verzichten zu wollen.

Sportlich auf Non-Stop-Kurs

Djokovic liegt bei den French Open auf Kurs. Der Weltranglisten-Erste blieb am Mittwoch auch im zweiten Einsatz ohne Satzverlust, er schlug den von seinem Ex-Coach Marian Vajda betreuten Slowaken Alex Molcan mit 6:2,6:3,7:6(4). Bedeutend mehr Mühe hatte Alexander Zverev. Der als Nummer drei gesetzte Deutsche machte gegen den Argentinier Sebastian Baez einen Zweisatzrückstand wett und wehrte einen Matchball ab, ehe er sich 2:6,4:6,6:1,6:2,7:5 behauptete.

Mit Carlos Alcaraz hatte auch ein engerer Kandidat auf den Titel zu kämpfen. Der 19-jährige Spanier lag gegen seinen 15 Jahre älteren Landsmann Albert Ramos-Vinolas mit zwei 1:2-Sätzen zurück, wehrte im vierten Durchgang einen Matchball ab, siegte aber am Ende nach 4:34 Stunden Spielzeit mit 6:1,6:7(7),5:7,7:6(2),6:4. Im fünften Satz machte Alcaraz ein 0:3 wett. Der Sieger von Barcelona und Madrid ist nun zwölf Spiele ungeschlagen. "Ich bin jetzt müde, aber ich denke, das war ein großer Kampf gegen einen großartigen Gegner", meinte Alcaraz.

Ohne Probleme erreichte Rafael Nadal als dritter Spieler nach Roger Federer und Novak Djokovic die Marke von 300 gewonnenen Matches auf Grand-Slam-Stufe. Der Spanier bezwang mit 6:3,6:1,6:4 den Franzosen Corentin Moutet. Als nächstes trifft Nadal auf den Niederländer Botic van de Zandschulp (ATP-29). Der 26-Jährige hat in den letzten Tagen in Paris seine Grand-Slam-Partien drei und vier für sich entschieden.

Zverev, der in der ersten Runde Sebastian Ofner geschlagen hatte, zeigte zwei Sätze lang eine desolate Leistung. Auch im entscheidenden Durchgang lag er ein Break hinten und musste einen Matchball abwehren. Nach 3:36 Stunden verwandelte Zverev dann selbst seinen ersten Matchball. "Schlechter als in den ersten anderthalb Sätzen kann man nicht spielen", sagte der 25-Jährige nach seinem Sieg. "Ich bin glücklich, dass ich das Ding am Ende noch drehen konnte."

Zverev trifft nun auf den Amerikaner Brandon Nakashima. Djokovic bekommt es mit dem dem Slowenen Aljaz Bedene zu tun. Der 35-Jährige hatte gegen den auf Platz 38 in der Weltrangliste gekletterten Molcan im dritten Satz zu kämpfen, machte im Tiebreak aber alles klar.

Am späten Dienstag hatte Mitfavorit Stefanos Tsitsipas noch in der ersten Runde mehr Mühe als ursprünglich angenommen gehabt. Gegen den Italiener Lorenzo Musetti musste der Grieche nach einem 0:2-Satzrückstand über fünf Durchgänge, gewann aber 5:7,4:6,6:2,6:3,6:2. Zu Matchbeginn war Tsitsipas weit weg von der Form des Vorjahres gewesen, als er in Roland Garros bis ins Finale vorgestoßen war.

Mit der Griechin Maria Sakkari scheiterte am vierten Tag von Roland Garros bereits die fünfte Top-10-Spielerin. Die letztjährige Halbfinalistin verlor gegen Karolina Muchova 6:7(5),6:7(4). US-Open-Siegerin Emma Raducanu läuft seit ihrem Triumph im September in New York auf Grand-Slam-Ebene weiter den großen Erfolgen hinterher. Wie im Jänner bei den Australian Open schied die Britin auch bei den French Open bereits in der 2. Runde aus, gegen die Weißrussin Aljaksandra Sasnowitsch kassierte sie eine 6:3,1:6,1:6-Niederlage.