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Bundesliga

Rapid: Grünweißem Minimalismus folgt maximaler Umbruch

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Das Ticket zur zweiten Qualifikationsrunde in der Conference-League ist kein Ruhmesblatt, rettet aber eine schwer verkorkste Saison. Viele Spieler gehen, Trainer Feldhofer rechnet mit schlagkräftiger Truppe. Hütteldorf wartet, Fans fordern Reaktion oder Konsequenzen.

Das Horrorszenario Saison ohne Fußball-Europacup bleibt Rapid erspart. Die Hütteldorfer holten sich am Sonntag mit einem 2:0-Sieg gegen die WSG Tirol, was einen Gesamt-Triumph von 4:1 bedeutete, das fünfte und letzte internationale Ticket im Play-off-Finale der Bundesliga. Eine national enttäuschende Saison nahm damit zumindest ein versöhnliches Ende. Nun steht personell ein "Riesenumbruch" bevor, wie Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic ankündigte.

Leo Greiml, Srdjan Grahovac, Philipp Schobesberger, Kelvin Arase und Filip Stojkovic sind fix weg. Robert Ljubicic dürfte dem Ruf von Dinamo Zagreb folgen. "Es ist noch nichts entschieden", wollte der mit neuer Frisur spielende Mittelfeldspieler noch keine Bestätigung liefern. Auch um Emanuel Aiwu, Yusuf Demir und vor allem Marco Grüll gibt es immer wieder Transfergerüchte. Zudem ist der niederländische Stürmer Ferdy Druijf nur von Alkmaar ausgeliehen, wobei Rapid eine Kaufoption besitzt. Offen ist auch ob der verletzungsgeplagte Kapitän Christopher Dibon noch einen Vertrag erhält. "Für mich ist es ganz klar Rapid oder ich hänge die Schuhe an den Nagel", betonte der am Knie verletzte Innenverteidiger.

Für ihn und seine Kollegen geht es jetzt einmal in den Urlaub. Auch Coach Ferdinand Feldhofer schnauft ab (heutigem) Montag eine Woche durch. Das mit einem guten Gefühl in Blickrichtung kommende Saison. "Ich habe vollstes Vertrauen, dass mir die sportliche Führung eine Mannschaft zur Verfügung stellt, mit der wir angreifen und dominierenden, guten Fußball spielen können", sagte der 42-Jährige. Mit einigen Akteuren sei man in Transfergesprächen sehr weit. "Ich bin sehr relaxed, dass das auch zustande kommen wird."

Mit Roman Kerschbaum, Patrick Greil und Nicolas Kühn stehen drei Sommer-Zugänge bereits fest. Für die Offensive wird auch mit Stürmer-Routinier Guido Burgstaller verhandelt. "Es wird sehr viele neue Gesichter geben. Trotzdem werden wir unsere jungen Spieler nicht vergessen, obwohl die zukünftige Mannschaft ein anderes Bild abgeben wird. Was die Breite des Kaders betrifft, wollen wir uns breiter aufstellen", gab Barisic Einblick.

Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt nicht. Schon am 21. Juli erfolgt das Abenteuer Europa-Conference-League-Qualifikation. Das unmittelbar nach der 1. ÖFB-Cup-Runde und vor dem Ligastart. Drei Runden muss Rapid überstehen, um im Herbst in einer Gruppenphase vertreten zu sein. Das wird klar angepeilt, dafür soll auch der Kader ausgelegt sein. Die Folge wären fast ausschließlich englische Wochen bis zur Winterpause.

Wichtig wäre dabei, dass dem Club eine Verletzungsmisere wie in dieser Saison erspart bleibt. "Dass wir das Play-off gewinnen ist mit diesen Vorzeichen alles andere als selbstverständlich gewesen. Viele junge Spieler haben sehr viele lehrreiche Minuten mitgemacht. Und wenn man weiß, wie meine gestandenen Spieler im Fitnessbereich am Zahnfleisch dahergegangen sind, macht mich das noch stolzer", verlautete Feldhofer, der in der Startelf ohne Legionär auskam.

In der Saison-Verlängerung konnte das "Minimalziel" noch erreicht werden. "Es war ganz wichtig für uns, dass wir die Saison, die so schwer war für uns, wo wir natürlich auch alle sehr enttäuscht sind, mit dem fünften Tabellenplatz, positiv abschließen", erläuterte Barisic. Die Vorbereitung startet für die Wiener unterschiedlich. Die ersten Kicker sind am 14. Juni zurück am Trainingsplatz, der Großteil am 20. Juni oder auch erst im Rahmen des Trainingslagers ab 25. Juni. "Nach einer sehr intensiven Saison ist es jetzt einmal wichtig, dass wir durchschnaufen und die Wehwehchen auskurieren können", meinte Rapids Trainer.

Die Tiroler ließen die historische Chance einer erstmaligen Europacup-Teilnahme liegen, bilanzierten aber trotzdem positiv. "Heute hätten wir eine ausgezeichnete Saison noch in eine fantastische verwandeln können. Das ist uns leider nicht gelungen. Ich bin extrem stolz auf den Auftritt meiner Mannschaft über die gesamte Saison", betonte Trainer Thomas Silberberger. Mit Giacomo Vrioni (19 Tore) ragte neuerlich ein Leihspieler von Juventus Turin heraus, nachdem in der Saison zuvor Nikolai Baden Frederiksen (18) groß aufgespielt hatte.

Vrioni sicherte sich mit Salzburgs Karim Adeyemi auch die Torjägerkrone. "Der Giacomo ragt heraus. Vielleicht kommt nächstes Jahr der nächste Wahnsinnige aus Turin und schießt noch mehr Tore", hoffte Silberberger. Vrioni selbst hatte gemischte Gefühle. "Ich bin einfach glücklich, aber auch traurig, weil ich mit Tirol zum Abschied unbedingt Geschichte schreiben wollte."

 

(APA/Fin)