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Hunga Tonga

Ein Vulkan wie kein Zweiter

Das Bild bot sich einem Satelliten, als Wasser in die Magmakammer schoss und die Mischung zündete.
Das Bild bot sich einem Satelliten, als Wasser in die Magmakammer schoss und die Mischung zündete.(c) via REUTERS (CIRA/NOAA)
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Der Ausbruch bei Tonga zu Jahresbeginn stellte die Forschung vor viele Rätsel. Sie werden erst langsam gelöst.

Am 15. Januar trauten viele Erd-, Wetter- und Meereskundler ihren Sinnen bzw. Messgeräten nicht: Der Vulkanologe Matthew Haney vernahm in Anchorage, Alaska, einen Knall wie den eines Gewehrschusses, dem Ozeanografen Paul Farinelli fielen an Küsten der Karibik Tsunamis auf – kleine, 20 bis 30 Zentimeter hoch –, andere Forscher maßen Ähnliches im Mittelmeer, und Wetterstationen in den USA verzeichneten abrupte Schwankungen des Luftdrucks. Was hinter all dem stand, zeigte sich erst in Satellitenbildern und Messungen von Seismometern am anderen Ende der Erde: Im Pazifik war ein Vulkan explodiert, der Hunga Tonga – Hunga Ha'apai (HTHA), er hatte mit einer Explosivkraft von geschätzten zehn Megatonnen – dem 500-fachen der Hiroshima-Bombe – Material so hoch in die Atmosphäre geschleudert wie keiner zuvor in der Messgeschichte, 58 Kilometer.

Diese Wucht weckte böse Erinnerungen an den Ausbruch des Krakatau 1883 und den von Thera – des heutigen Santorin –, der 1650 v. Chr. die Vulkaninsel zerriss und einen gewaltigen Tsunami an die Küste Kretas branden und die Kultur der Minoer untergehen ließ, dem des Krakatau fielen 36.000 Menschen auf Sumatra und Java zum Opfer, beide Vulkane haben mit ihren Emissionen auch deutliche Spuren im Grönlandeis hinterlassen. Von HTHA wird dort wenig zu sehen sein: Obwohl die Wolke so hoch stieg, blieb sie dünn, sie verdunkelte den Himmel auch nicht wie die des zuvor stärksten Ausbruchs, die des Pinatubo 1991, die die Erde zwei Jahre lang um 0,5 Grad kühlte.