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Fußball

Der nächste Schritt auf der Karriereleiter

Nicht nur Gegenspieler, auch Topklubs sind auf der Jagd nach Konrad Laimer.
Nicht nur Gegenspieler, auch Topklubs sind auf der Jagd nach Konrad Laimer.(c) APA/GEORG HOCHMUTH
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Saša Kalajdžić, Konrad Laimer, Christoph Baumgartner: Welche Nationalteamspieler blicken in eine ungewisse Vereinszukunft? Der Poker hat längst begonnen.

Tore, Assists, Laufwerte, gewonnene Zweikämpfe oder von Torhütern vereitelte Großchancen: Nach einer Saison werden Statistiken von Spielern und Managern besonders gern bemüht, wenn es darum geht, in Zukunft ein noch besser dotiertes Arbeitspapier bei einem noch renommierteren Klub zu unterschreiben.

Unter den Spielern der österreichischen Nationalmannschaft verlangen einige Fragen nach Antworten. Wo geht Saša Kalajdžić in der kommenden Saison auf Torjagd? Zieht es Konrad Laimer tatsächlich zu den Bayern? Und: Verlässt Christoph Baumgartner Hoffenheim und wechselt nach Spanien?

Konrad Laimer

Der 25-jährige Dauerläufer nutzt dieser Tage auch die Bühne Nationalteam, um nochmals Werbung in eigener Sache zu betreiben. Nötig hätte Laimer diese nicht mehr. Die Qualitäten des Salzburgers sind über die Grenzen Leipzigs hinweg bekannt. Nach fünf Jahren in Sachsen macht der Mittelfeldspieler keinen Hehl daraus, sich im Sommer verändern zu wollen. Es sei „durchaus möglich“, dass er nächste Saison nicht mehr bei RB spiele. So klingt Abschied. Leipzig kann nur noch im Sommer mit Laimer (Marktwert: 26 Mio. Euro) Geld verdienen, der Vertrag läuft 2023 aus.

Laut „Bild“ soll dieser bis 30. Juni eine Ausstiegsklausel über 35 Millionen Euro beinhalten, danach ist ein Verkauf frei verhandelbar. Interessenten dürften sich also bis Juli gedulden, erwartet wird eine Ablöse im Bereich von 20 Millionen Euro. Laimer jedenfalls wirkt bereit für den nächsten Schritt. Interesse vernimmt man aus München (Trainer Nagelsmann ist bekennender Laimer-Fan) und von Manchester United.

Florian Grillitsch

Seit 2017 lief Florian Grillitsch für die TSG Hoffenheim auf, eine Verlängerung bei den Deutschen lehnte der Mittelfeldspieler aber ab. Wie Laimer fühlt sich auch Grillitsch zu Höherem berufen, ablösefreie Spieler sind für den Markt besonders interessant. Arsenal, Everton, Lazio Rom, Leeds United – im Zusammenhang mit Grillitsch fielen in den vergangenen Wochen die Namen etlicher Klubs. In Pole-Position scheint nun ein Kultklub der Serie A: AC Fiorentina.

Florenz und Grillitsch sollen sich bereits mündlich auf einen Vierjahresvertrag geeinigt haben, der Niederösterreicher demnach jährliche rund zwei Millionen Euro brutto verdienen. Grillitsch wäre mit einem Engagement beim Siebenten der abgelaufenen Serie-A-Saison neben Marko Arnautović (Bologna) der zweite ÖFB-Teamspieler, der in Italien unter Vertrag steht.

Saša Kalajdžić

Mit Stuttgart am letzten Spieltag den Abstieg aus der Bundesliga abgewendet, hofft der VFB auf den Verbleib seines Top-Stürmers. Dieser scheint allerdings sehr unwahrscheinlich. Neben Interessenten aus England (Tottenham, Newcastle) und Italien (AS Roma) mischen vor allem Bundesligaklubs mit: allen voran Bayern München und Borussia Dortmund. Da wie dort müsste Kalajdžić sehr große Fußstapfen ausfüllen.

Bei den Bayern wäre der 24-Jährige als Ersatz für den auf einen Wechsel drängenden Robert Lewandowski vorgesehen. Im BVB-Sturm sollte er an der Seite von Neuzugang Karim Adeyemi Torjäger Erling Haaland (Manchester City) vergessen machen. Dortmund scheint aktuell die besten Karten im Transferpoker zu haben. Ab 20. Juni, nach Kalajdžićs Urlaub, sollen die Gespräche aufgenommen werden. Kolportiert wird eine Ablöse von 25 Millionen Euro.

Christoph Baumgartner

Bereits nach der Euro im vergangenen Sommer – Baumgartner schoss das entscheidende 1:0 zum Achtelfinaleaufstieg gegen die Ukraine – wurde über einen möglichen Wechsel des Offensivspielers diskutiert. Der 22-Jährige aber hatte sich im März 2021 frühzeitig für eine Vertragsverlängerung bei Hoffenheim (bis 2025) entschieden, eine Ausstiegsklausel (30 Millionen Euro) soll einen Transfer aber wahrscheinlicher machen.

Wirklich konkret wurde es bislang nicht, das Interesse aus Spanien (Atlético Madrid, FC Sevilla) und England (Liverpool, Manchester United) blieb nur lose. Baumgartner kann sich einen Wechsel gut vorstellen: „Man darf den richtigen Moment nicht verpassen.“

Das Torhüter-Trio

Heinz Lindner (Basel), Patrick Pentz (Austria) und Martin Fraisl (Schalke): Sie alle sind aus unterschiedlichen Gründen auf Klubsuche. Für Torhüter gestaltet sich diese oft besonders kompliziert. Wer auch immer aus diesem Trio die beste Lösung findet und bei seinem neuen Verein Stammspieler wird, hat sehr gute Karten, sich auch als Nummer eins im ÖFB-Team zu etablieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2022)