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Übertriebe Liebesbekundungen müssen nicht unbedingt das Zeichen einer gesunden Beziehung sein.
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„Love Bombing“

Zu viel Romantik: Gefährlich viele Liebesschwüre

„Love Bombing“ nennt sich im angloamerikanischen Raum das extreme Überschütten mit Romantik. In vielen Fällen ist es der Beginn einer manipulativen Beziehung.

Es ist fast zu schön, um wahr zu sein: Der neue Partner überschüttet einen mit Komplimenten, Geschenken und Essenseinladungen in die besten Restaurants der Stadt. Hat immer Zeit, will jeden Abend gemeinsam verbringen und spricht schon nach kurzer Zeit davon, endlich seine Seelenverwandte gefunden zu haben, mit der er den Rest seines Lebens verbringen will. Ein englisches Sprichwort sagt „Wenn sich etwas zu gut anhört, um wahr zu sein, dann ist es wohl nicht wahr“ – und das gilt auch, zumindest teilweise, für dieses enorme Ausmaß an Liebesbekundungen.

„Love Bombing“ wird dieses Phänomen im angloamerikanischen Raum genannt. Was am Anfang wie die Erfüllung eines lang gehegten Traums scheint, ist häufig der Beginn einer Beziehung, in der ein Teil – meist, aber nicht immer der weibliche – in eine immer tiefere Abhängigkeit manipuliert wird, durch die der andere Part die Kontrolle erhält. Was sich schon früh abzeichnet, wenn man die Zeichen richtig deuten kann, wie Chitra Raghavan, Psychologie-Professorin und Direktorin des Programms für forensische psychologische Beratung am John Jay College Of Criminal Justice in New York City, berichtet. Etwa mit Sätzen wie „Ich liebe dich so sehr, dass ich so glücklich wäre, wenn du dich heute Abend mit mir triffst, statt mit deiner Mutter.“ Oder mit der Bitte, doch während der drei Stunden, die man zusammen verbringt, das Handy wegzulegen, so Raghavan. „Was auf den ersten Blick völlig normal erscheint, aber dann bald dahingehend eskaliert, dass das Handy jeden Abend abgeschaltet werden muss.“