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Grado einmal anders: Vom Radel- ins Vogelparadies

Radweg entlang des Naturschutzgebiets Valle Cavanata
Radweg entlang des Naturschutzgebiets Valle CavanataBenedikt Kommenda
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Was vom schlechtestgehüteten Geheimtipp an der italienischen Adria noch weniger bekannt ist.

Die erste Absperrung war noch eher symbolischer Art: überhaupt kein Problem, das Fahrrad vorbeizuschieben und im Gehen zu erkunden, ob nicht doch ein Weg über die gesperrte Straße führte. Dann aber die nächsten Barrikaden. Sie sehen aus, als hätten die wackeren Ukrainer sie gegen die anrückenden Russen errichtet. Und sie haben einen guten Grund: Hier verläuft ein tiefer Graben quer zur Straße, aber die Brücke fehlt.

Hier gibt es kein Vorbeikommen
Hier gibt es kein VorbeikommenBenedikt Kommenda

Das war also das Ende, oder besser gesagt: der Wendepunkt einer kleinen Tour, die ich neulich von Grado aus unternahm. Was von dem wohl schlechtestgehüteten Geheimtipp an der italienischen Adria ja nicht ganz so bekannt ist: Das Fahrrad ist dort – zu Lande, versteht sich – das ideale Fortbewegungsmittel.

Vorausgesetzt natürlich, man stößt nicht auf Sperren oder Verbote. Davon gibt es nicht allzu viel: Über die Straßen und erst recht die vielen Radwege hinaus darf man auch durch die Fußgängerzone radeln. Man muss aber wissen, wo: Auf dem Viale Dante Alighieri ist Radfahren nur ein paar Stunden vormittags erlaubt. Zu anderen Zeiten weicht man einfach auf den strandnäheren Viale Regina Elena aus – Vor- und Rücksicht sind in jedem Fall angebracht.

Flamingos bei der Jause
Flamingos bei der JauseBenedikt Kommenda

Das wahre Aha-Erlebnis folgt aber erst, wenn man das vertraute Städtchen nicht über den bekannten Straßen- (und Radweg-)damm nach Norden, sondern ostwärts verlässt und die Lagune entlangradelt. Es geht vorbei an Ferienanlagen, Golf-, Campingplatz und Jachthafen. Bis zum Naturschutzgebiet Valle Cavanata, das sich gut zur Beobachtung von Vögeln – von Enten über Seidenreiher bis Flamingos – eignet. Dort bewahrheitet sich, dass man nicht nur mit dem Herzen (des Kleinen Prinzen), sondern auch mit den (eigenen) Ohren gut sieht: Anders bemerkt man manche im Schatten der Böschung am Wasser verborgene Tiere nicht.
Die weiter entfernte Isonzo-Mündung steht dann beim nächsten Grado-Besuch auf dem Programm – wie vielleicht auch die fehlende Brücke in der Landschaft.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com