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Thailändisches Mohnfeld. Die Mohnkapsel wird eingeritzt, der Saft gewonnen. Getrocknet entsteht daraus das Opium.
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Substanzen

Wie sich Pflanzen in unser Gehirn schlichen

Schönes und Nützliches stellen uns Pflanzen zur Verfügung, doch um manche hat sich eine besondere Kultur entwickelt: Es sind die, die uns psychoaktive Substanzen liefern, Kaffeebohnen oder Mohnkapseln etwa. Sie sind imstande, unser Bewusstsein zu verändern.

Kann sein, dass Sie die „Presse am Sonntag“ unmittelbar nach dem Aufstehen von der Türmatte holen? Doch um die 48 Seiten geistig zu bewältigen, bedarf es wohl einer zusätzlichen Bemühung. Es gilt, den geistigen Nebel im morgendlichen Gehirn zu lichten, die Konzentration zu schärfen und sich auf das, was vor Ihnen liegt, einzustellen, die Zeitung und den Tag danach. Gewöhnlich geht das nur mit dem Heißwasseraufguss einer von zwei Pflanzen, von denen Sie im Lauf der Zeit abhängig geworden sind. Die Gesellschaft akzeptiert das: Wir brauchen den täglichen Konsum von Tee oder Kaffee, kaum einer spricht in diesem Zusammenhang von Drogenkonsum. Wenn Sie das aber mit den Samenkapseln des Papaver somniferum, des Schlafmohns, tun, sollten Sie das eher verheimlichen. Es ist nicht legal.

Ist alles, was nach der Einnahme eine Veränderung in uns bewirkt, im Körper oder Geist, eine Droge? Zucker? Kamillentee? Sind wir eigentlich je „clean“? Sind Kaffee und Tee erlaubt, weil sie uns bei einem reibungslosen Tagesablauf helfen, uns leistungsfähig machen, beim Denken helfen und so die Wirtschaft am Laufen halten?