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Pizzicato

Sommertheater II

Zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Montag hat sich selbstverständlich auch ein Stammgast aus Berlin angesagt: „Tristan und Isolde“ ohne Angela Merkel auf dem Grünen Hügel in Bayreuth – das wäre womöglich schlimmer als ein Fernbleiben des bayerischen Ministerpräsidenten.

Markus Söder frohlockte derweil über den Allgäu-Urlaub des Merkel-Nachfolgers Olaf Scholz. Der Hanseat ist zwar kein Wagner-Fan, aber passionierter Wanderer.

Seit 40 Jahren verbringt ein deutscher Regierungschef seine Ferien endlich wieder in der Heimat – und nicht wie Helmut Kohl am Wolfgangsee oder Merkel in Südtirol. Für Söder manifestiert sich darin das Credo, dass Bayern wenn schon nicht Mittelpunkt des Universums, so doch Deutschlands ist. Er schwört Stein und Bein: Nach Berlin zieht es ihn nie und nimmer. Wir wollen es ihm glauben – bis zur bayerischen Landtagswahl im Herbst 2023.

Ein Dacapo hat – vorerst – auch Mario Draghi nach der Commedia-dell'arte-Aufführung in Rom ausgeschlossen. Ein „Strandwahlkampf“, nachdem die Regierung baden gegangen ist, ist so gar nicht nach seinem Geschmack. Was die Sterne für Boris Johnson bereithalten, ist indes ungewiss. Wie ein Buffo verabschiedete sich der Premier vom Parlament: „Hasta la vista, Baby!“ Nur Theresa May, seiner Vorgängerin, war nicht zum Johlen zumute. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2022)