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Gastkommentar

Warum wir über Suizide reden sollen

Der Tod von Lisa-Maria Kellermayr zeigt auch, wieso es mehr Aufklärung und Hilfe bei psychischen Belastungen braucht.

ZUM AUTOR

Golli Marboe (* 1965) war TV-Produzent und ist u. a. Obmann des Vereins VsUM (Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien).

Viele Jahre wurde aus gut gemeinter Sorge nicht über Suizide berichtet: Man hatte Angst vor dem sogenannten Werther-Effekt, die Darstellung von Tötungsmethoden und Ähnlichem sollte keinesfalls zur Nachahmung anregen.

Nun aber hat vor etwas mehr als zehn Jahren die Medizinische Universität Wien nachweisen können, dass eine achtsame und angemessene Berichterstattung über Suizide sogar einen gegenteiligen Nachahmungseffekt, einen Präventionseffekt, auslösen kann. Wenn man von Menschen liest, die suizidale Krisen überwinden konnten, wenn man von psychisch belasteten Persönlichkeiten hört, die einen Weg gefunden haben, damit zu leben.