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Interview

Sean Penn: „Schwerster Job, den ich je hatte“

Zweimal wurde Penn mit dem Oscar ausgezeichnet, er stand für Regisseure wie Brian De Palma und David Fincher vor der Kamera.
Zweimal wurde Penn mit dem Oscar ausgezeichnet, er stand für Regisseure wie Brian De Palma und David Fincher vor der Kamera.CHRISTOPHE SIMON / AFP / picturedesk
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Für Sean Penn war die Arbeit an seinem neuen Film „Flag Day“ außergewöhnlich: Er ist nicht nur Regisseur und Hauptdarsteller des Vater-Tochter-Dramas, sondern stand auch neben seiner eigenen Tochter, Dylan Penn, vor der Kamera. Über Multitasking und das Vatersein.

Als Schauspieler hat Sean Penn, dem in den frühen 1980er-Jahren mit Teenie-Komödien wie „Ich glaub', ich steh' im Wald“ der Durchbruch gelang, fast alles erreicht, was es als Schauspieler zu erreichen gibt. Zweimal wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet, er stand für Regisseurinnen und Regisseure wie Brian De Palma, Oliver Stone, David Fincher, Clint Eastwood, Kathryn Bigelow oder Terrence Malick vor der Kamera, und gerade erst spielte er neben Julia Roberts in der Serie „Gaslit“ (zu sehen bei Starzplay) groß auf.

Doch auch als Filmemacher hat sich der Amerikaner, der im August seinen 62. Geburtstag feiert, längst etabliert. In seinem sechsten Spielfilm, „Flag Day“, der dieser Tage auf DVD und Blu-ray sowie als Video-on-Demand erschienen ist, ist er in der Hauptrolle neben seiner Tochter, Dylan Penn, zu sehen. Darin geht es um eine junge Frau, die das Aufwachsen mit ihrem kriminellen Vater schildert. Die „Presse am Sonntag“ hat zu diesem Anlass mit Penn gesprochen.

Ihr neuer Film „Flag Day“ feierte seine Weltpremiere beim Festival in Cannes. Hatten Sie keine Bedenken, dorthin zurückzukehren, nachdem fünf Jahre zuvor dort Ihre Regiearbeit „The Last Face“ fürchterlich verrissen wurde?

Sean Penn: Nein, denn eine Premiere in Cannes, das ist ein Filmscreening auf Steroiden. Hunderte der talentiertesten Menschen der Filmbranche sitzen im Publikum, und wenn sie dich am Ende feiern, dann ist das das größte Gefühl, das man haben kann, wenn man sein Werk erstmals mit der Öffentlichkeit teilt. Klar ist es ein Risiko, weil man ja nie wissen kann, wie ein Film am Ende tatsächlich ankommt. Aber in der Kosten-Nutzen-Rechnung überwiegen am Ende die Vorteile. Deswegen wäre man schön blöd, wenn man eine Einladung nach Cannes ausschlägt.

„Flag Day“ basiert auf dem autobiografischen Buch „Flim-Flam Man: A True Family History“ der Autorin Jennifer Vogel. Stimmt es, dass zunächst Oscar-Gewinner Alejandro González Iñárritu Regie führen sollte?

Das ist richtig, denn ich schlug ihm das vor, als man mir die Hauptrolle anbot. Er kollaborierte dann auch eine Weile mit dem Drehbuchautor Jez Butterworth, aber er war nicht so zufrieden mit der Richtung, in die das ging, und widmete sich lieber seinem Film „Birdman“. Aber ich wollte das Projekt nicht ohne Weiteres aufgeben und habe die Sache dann einfach selbst in die Hand genommen.