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Interview

Tschechiens Europaminister Bek: „China ist kein verlässlicher Partner“

Tschechiens Europaminister Mikuláš Bek sieht den Gas-Notfallplan der EU nicht als „finale Lösung“ der Krise.APA/AFP/MICHAL CIZEK
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Der tschechische Europaminister Mikuláš Bek sieht Europa langfristig mit einer autokratischen Achse Moskau-Peking konfrontiert und fordert im Interview mit der „Presse“ eine EU-Gegenstrategie auf dem Westbalkan.

Die Presse: Ein zentrales Ziel der Ratspräsidentschaft ist die Energiesicherheit in der EU, die durch die Folgen des Ukraine-Krieges gefährdet ist. Wie heikel ist die Lage insbesondere bei der Versorgung mit russischem Gas?

Mikuláš Bek: Ich bin sehr froh, dass wir in der Frage des Gases in Europa solidarisch handeln. Ich sehe den Gasnotfallplan der EU sehr positiv.

Demnach sollen die Mitgliedstaaten ihren Gasverbrauch zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. März 2023 um mindestens 15 Prozent im Vergleich zu ihrem durchschnittlichen Gasverbrauch in den fünf Jahren davor senken. War die Einigung im Rat von vornherein absehbar?

Wir waren nicht so sicher. Es gab aber trotz mancher Ausnahmen eine gemeinsame Verantwortung in fast allen EU-Mitgliedsländern. Was mich persönlich freut, ist, dass es in den Energiefragen eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Tschechien, Deutschland und Polen gibt. In den vergangenen Monaten gab es auch einen sehr intensiven Austausch mit Wien. Denn wir haben die gleichen Herausforderungen. Der Notfallplan der EU ist nur ein erster Schritt und nicht die finale Lösung unseres Problems. Das weitere Verhalten Russlands wird für die Zukunft entscheidend sein.

Kann man Moskau noch über den Weg trauen?