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"Märzengrund": Romantik für radikale Bergfexe

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Der eigentlich zu junge Johannes Krisch spielt den abgeschieden am Berg lebenden Greis Elias.Filmladen
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Adrian Goigingers „Märzengrund“ schildert das einsame Leben am Berg als ekstatische Alternative zur Zivilisation – für Stadtfreunde durchaus befremdlich. Ab Freitag im Kino.

Hegel mochte die Berge nicht. Nach einer Wanderung in den Schweizer Alpen hielt er 1796 in seinem Reisetagebuch fest: „Der Anblick dieser ewig toten Masse gab mir nichts als die einförmige und langweilige Vorstellung: Es ist so.“ Die steinernen Erhebungen müssen für den jungen Philosophen ein Sinnbild für lebensfeindlichen Stillstand repräsentiert haben. Davon abgesehen stehen Berge aber auch einfach im Weg rum. Sie erregen unangenehme Ehrfurcht, blockieren die Sicht, sind mühsam zu besteigen. In „Märzengrund“ hinterlassen sie einen ähnlich fatalen Eindruck. Auch wenn dieser durch die obsessive Naturverklärung des bergbegeisterten Helden konterkariert wird, der niemals aus Tirol herauskommt, obwohl es ihm woanders wahrscheinlich besser ergangen wäre.

Als Jugendlicher leidet der zartbesaitete Elias (Jakob Mader) unter seinem strengen Elternhaus. Er muss anpacken und soll nicht lesen, bläut ihm sein Vater (Harald Windisch) ein. Aber die Berge lenken ihn ab. Er will lieber wandern und träumen statt den Hof zu übernehmen. Also kommt es zur unvermeidbaren Emanzipation, auch von der Mutter (Gerti Drassl), die ihren Sohn eifersüchtig von seiner ersten Liebe (Verena Altenberger) wegreißt und ihn durch emotionale Erpressung an sich zu binden versucht.