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Twitter

Problematische Tweets von Politikern

Rechte Abgeordnete posten vermehrt fragwürdige Links.

Welche Rolle spielen Politikerinnen und Politiker bei der Verbreitung unseriöser Nachrichtenquellen? Dieser Frage gingen Forschungsgruppen der TU Graz und der Universität Bristol (Großbritannien) nach. Immerhin können auf Social-Media-Plattformen zirkulierende Fehlinformationen zu einer Bedrohung für den Zusammenhalt der Gesellschaft und der Demokratie werden.

Dazu analysierten die Forscherinnen und Forscher Links von 3,4 Millionen Tweets, also Postings auf der Kurznachrichtenplattform Twitter, von Politikerinnen und Politikern aus den USA, Großbritannien und Deutschland im Zeitraum von 2016 bis 2022. Fazit: Vor allem republikanische Mitglieder des US-Kongresses verbreiten Tweets mit Links zu Websites, die als nicht vertrauenswürdig eingestuft werden. Der Anteil der von ihnen geposteten Verlinkungen zu fragwürdigen Inhalten hat sich zudem zwischen 2016 bis 2018 und 2020 bis 2022 mehr als verdoppelt – von 2,4 auf 5,5 Prozent.

AfD wie Republikaner

Erstautorin der Studie, die im FachmagazinPnas Nexus publiziert wurde, ist die Physikerin und Komplexitätsforscherin Jana Lasser von der TU Graz. „Der Anteil an unglaubwürdigen Informationen, die Politikerinnen und Politiker in sozialen Medien teilen, nimmt gefühlt zu. Dieses Gefühl wollten wir mit Zahlen belegen“, sagt sie. „Generell teilen Mitglieder von Parteien in der rechten Hälfte des politischen Spektrums in allen untersuchten Ländern mehr solcher Links.“

Republikanische Abgeordnete posten rund neun Mal so viele problematische Tweets wie demokratische. In Deutschland und Großbritannien verlinken die Parlamentarier mit Ausnahme der deutschen AfD seltener zu wenig verlässliche Seiten. (APA/cog)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2022)