Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Manchester United soll zum Verkauf stehen

Manchester United Old Trafford stadium
REUTERS
  • Drucken

Die Ankündigung, dass die Glazer-Familie den Verkauf prüft, kam rund vier Stunden nach Mitteilung, dass der Klub und Cristiano Ronaldo den Vertrag sofort auflösen.

Die amerikanischen Eigentümer von Manchester United denken über einen Verkauf des englischen Premier-League-Clubs nach. Wie der Verein mitteilte, prüft die Glazer-Familie eine externe Finanzierung, um das Wachstum zu fördern. "Als Teil dieses Prozesses wird der Vorstand alle strategischen Alternativen in Betracht ziehen, einschließlich neuer Investitionen in den Club, einen Verkauf oder andere Transaktionen, die das Unternehmen betreffen", hieß es in einer Mitteilung.

Die Glazer-Familie besitzt den Verein seit 17 Jahren, doch Manchester-Fans schreien schon länger nach einem Eigentümerwechsel. Der 13-fache Premier-League-Sieger hat seit fünf Jahren keine einzige Trophäe gewonnen, die bisher letzten Titel waren 2017 die Europa League sowie der Liga-Cup.

Der mögliche Verkauf von United könnte Großinvestoren anziehen. Schon im August dieses Jahres hatte der britische Milliardär Jim Ratcliffe laut der Nachrichten-Agentur Reuters Interesse bekundet. Zu dieser Zeit hatte auch Elon Musk mit einem möglichen Kauf gescherzt. Die Ankündigung hat die Aktien von Manchester United jedenfalls in New York gleich um 20 Prozent nach oben schnellen lassen, seit "Sky News" als erstes Medium von der Verkaufsabsicht berichtet hatte. Derzeit wird der Wert des Klubs bei 2,6 Milliarden Dollar eingestuft.

Die Ankündigung kam rund vier Stunden nach der Mitteilung, dass Manchester United und Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo den Vertrag auflösen. Zuvor hatte Ronaldo in einem Interview unter anderem den Trainer und die Besitzer des Clubs kritisiert. Die Glazers interessierten sich nicht für den Verein, sagte der 37-Jährige. "Sie bekommen ihr Geld vom Marketing."

Mit seiner Kritik an den Inhabern sprach Ronaldo den Man-United-Fans aus der Seele. Seit Jahren protestieren sie gegen die Glazers, denen sie vorwerfen, den Rekordmeister runtergewirtschaftet zu haben. Der frühere United-Profi und heutige TV-Kommentator Gary Neville bezeichnete die Glazers, die den Verein 2005 übernommen hatten, sogar als "Aasgeier".

Am Ende dieser Saison ist es zehn Jahre her, dass die Red Devils letztmals die englische Meisterschaft gewannen. Die Rivalen Manchester City und FC Liverpool haben United vorerst abgehängt. Selbst das Old Trafford, einst ein Vorzeigestadion, ist in einem schlechten Zustand. Dass eine Sanierung des Stadions nötig ist, geht auch aus der Ankündigung vom Dienstagabend hervor.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass auch der FC Liverpool einen neuen Inhaber bekommen könnte. Die Fenway Sports Group prüft einen Verkauf. Zuvor hatte im Sommer der FC Chelsea den Besitzer gewechselt. Ein Konsortium um den US-Geschäftsmann Todd Boehly hatte den Londoner Club vom russischen Milliardär Roman Abramowitsch übernommen. Der Preis betrug laut britischen Medien 4,25 Milliarden Pfund (ca. 5 Milliarden Euro).

Für den früheren Fußball-Star Rio Ferdinand war die Trennung zwischen Manchester United und Ronaldo nur eine Frage der Zeit. "Die Situation mit Ronaldo war wie eine tickende Zeitbombe. Ich denke, er hat sich gefühlt, als würde man ihn in eine Ecke drängen. Für den Verein war es eine missliche Situation", sagte Ferdinand der BBC, für die er als Experte arbeitet.

Wie es für Ronaldo weitergehe, wollte Ferdinand nicht prognostizieren. "Das nächste Kapitel für Cristiano? Das hängt davon ab, was seine Motivation ist. In der Champions League spielen? Geld? Irgendwo weiter spielen, wo ein gutes Klima herrscht?", sagte er. Ferdinand spielte zwischen 2002 und 2014 bei United.