Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Katze mit Helm

Kater in Japan zum Verkehrspolizisten erkoren

Süße Maskottchen statt strengen Verboten: Japans Exekutive in der Präfektur Shimane will mit "kawaii"-Kultur zum Helmtragen animieren.

In Japan hat die Polizei einen Kater zum Verkehrspolizisten ernannt. Mit einem kleinen Fahrradhelm auf dem Kopf tritt der zehnjährige Pitaro in einem YouTube-Video der Polizeiverwaltung der Präfektur Shimane auf, um die Bürgerinnen und Bürger zu ermuntern, es Pitaro gleich zu tun und ebenfalls Helm zu tragen. Mit seinem Aussehen vermittele Pitaro Männern und Frauen jeden Alters die Bedeutung der Verkehrssicherheit, erklärte ein Sprecher der Polizeiverwaltung.

Die Polizei bedient sich dabei dem Phänomen "kawaii", was auf Deutsch "süß" oder "niedlich" bedeutet. Es handelt sich dabei um ein regelrechtes Lebenskonzept und bezeichnet eine Niedlichkeitsästhetik, die alle Bereiche der japanischen Gesellschaft erfasst. Unzählige Firmen wie Banken oder Bahngesellschaften, Tourismusagenturen und selbst Ministerien - sie alle haben ein eigenes Maskottchen, die im Kindchenschema daherkommen. Sie sind nicht nur in der Werbung allgegenwärtig, auch ernste Botschaften wie die von Pitaro werden im kawaii-Stil unters Volk gebracht. An anderer Stelle ermahnt Japans Polizei auch mit kulleräugigen Beamtinnen, die Gesetze einzuhalten.

Beobachter erklären das "kawaii"-Phänomen unter anderem mit dem Harmoniebedürfnis der japanischen Gesellschaft. Überbringe man eine Nachricht mit einem süßen Maskottchen statt strengen Verboten, wirke dies harmonischer. Angeblich soll der Anblick von etwas im kawaii-Stil wie Pitaro sogar die Konzentrationsfähigkeit fördern.

Es ist nicht die erste Katze im Dienste der Polizei: 2012 wurde ein zwei Wochen alter Streuner von den Polizisten der Stadt Miyazu in Kyoto gerettet und kurzerhand in den Dienst gesetzt, damit der Vierbener bei der Verbrechensbekämpfung hilft.

Die hilfsbereite Katze mit dem Namen Iemon (Ee-eh-mon) verbrachte die meiste Zeit auf dem Serviceschalter des Bahnhofs Yoro, half aber auch bei der Betrugsbekämpfung.

Medienberichten zufolge wurden ältere Menschen in Japan häufig Opfer eines Betrugs, bei dem sich Kriminelle als ihre Söhne ausgaben und um die Überweisung hoher Geldbeträge bitten. Iemons Aufgabe ist es, den diensthabenden Wachtmeister zu begleiten, wenn er die Anwohner besucht, um sie vor Betrügereien zu warnen. Die Anwesenheit des Katers trug dazu bei, den Älteren die Angst zu nehmen.

 

 

(APA/DPA)