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Studie

Großteil der Betriebe erhöht Ausgaben für Nachhaltigkeit

Trotz hoher Inflationen entschieden sich im Vorjahr drei Viertel der Betriebe dazu, in ökologische Nachhaltigkeit zu investieren.

Nicht zuletzt durch die Aufnahmen von fehlendem Schnee auf heimischen Skipisten und Aktionen der sogenannten „Klimakleber“ hat die Diskussion rund um nachhaltige Maßnahmen (in Unternehmen) wieder an Fahrt aufgenommen. So ist es auch eines der Kernthemen beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, bei dem Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) und ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Kocher - sowie 600 Konzernchefs - anwesend sind. Seit Montagabend beschäftigen sie sich damit, wie es gelingen kann, aus diversen Krisen zu kommen - „Die Presse“ berichtete.

Auch die Klimakrise zählt zu den Top-Themen. Doch es braucht kein Forum, um den Wunsch nach umweltschonenden Maßnahmen zu hören. Dafür brauche man nur die eigenen Mitarbeitenden fragen, zeigt eine internationale Studie von Deloitte. Rund zwei Drittel der 2.000 befragten Führungskräfte vertreten die Ansicht, dass sowohl Mitarbeitende als auch Regulierungsbehörden, Kunden und die Zivilgesellschaft intensive Auseinandersetzung mit dem Klimawandel einfordern.

„Führungskräfte sehen im Klimawandel einen zentralen Faktor für die Ausrichtung ihrer Unternehmensstrategie - noch vor Innovations- oder Personalthemen. 75 Prozent haben vergangenes Jahr ihre Investitionen im Bereich Nachhaltigkeit erhöht, davon fast 20 Prozent sogar erheblich“, sagt Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich.

60 Prozent wollen Energien effizienter nutzen

Das Engagement im Bereich Nachhaltigkeit sei nicht zuletzt auf die gestiegenen Anforderungen der unterschiedlichen Interessensgruppen zurückzuführen. Für die Unternehmen habe das Engagement im Bereich Nachhaltigkeit auch Vorteile, stellte Deloitte fest: Dieses würde sich positiv auf das Unternehmensimage, die Kundenzufriedenheit sowie das Wohlbefinden der Belegschaft niederschlagen.

Dennoch gibt es Gründe, um vor Investitionen in erneuerbare Energien und nachhaltige Maßnahmen zurückzuschrecken. Vor allem, weil die Bewertung langfristiger finanzieller Vorteile schwer zu prognostizieren sei, ist sich auch Gerhard Marterbauer, Sustainability-Experte und Partner bei Deloitte Österreich, im Klaren. Doch es brauche diesen Mut, denn: „Nur wer heute schon auf Nachhaltigkeit setzt, wird auch künftig wettbewerbsfähig bleiben“, sagt er.

Die Betriebe setzen dabei auf unterschiedliche Maßnahmen: 60 Prozent setzen Schritte, um Energien effizienter nutzen zu können und nachhaltigere Materialien zu verwenden. Darüber hinaus schult jedes zweite Unternehmen die eigenen Mitarbeitenden bereits zum Thema Klimawandel oder entwickelt neue klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen.

Spielraum für nachhaltige Veränderung weiterhin groß

Trotz der Bemühungen ist das Potenzial, um nachhaltig zu agieren, noch sehr groß. Schließlich hat rund ein Viertel der Befragten nicht vor, die Vergütung von Führungskräften an Leistungen im Nachhaltigkeitsbereich zu koppeln. Und 30 Prozent planen auch nicht, sich für mehr Klimainitiativen und entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen einzusetzen.

„Außenwirksame Klimaschutzbekenntnisse sind beliebt, doch auf struktureller Ebene passiert noch zu wenig. Gerade hier liegt aber ein wichtiger Hebel, um wirklich etwas zu bewegen. Denn um die Klimawende zu schaffen, braucht es neben Innovationen auch grundlegende Veränderungen - in den Unternehmen und seitens der Politik“, appelliert Breit.

Zur Info

Im Rahmen des Deloitte-"CxO Sustainability Report" wurden 2.000 Führungskräfte aus 24 Ländern zu ihren Einstellungen und Maßnahmen in Bezug auf Klimawandel und Nachhaltigkeit befragt: 48 Prozent aus Europa/Nahost/Südafrika; 28 Prozent aus Amerika; 24 Prozent aus Asien-Pazifik.

(red/est)