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Zuwanderung als größte Zukunftssorge der Buben

Generell blicken die heimischen Schüler optimistisch in die Zukunft. Angst haben sie vor allem vor „Brüchen in sozialen Beziehungen“ und davor, keinen Ausbildungs-oder Arbeitsplatz zu finden.

Wien/Feldkirch/J.n. Keinen Ausbildungsplatz zu bekommen, keine Freunde zu haben, und eine steigende Zuwanderung: Das sind die größten Zukunftssorgen der heimischen Jugendlichen. Knapp zwei Drittel geben in der Befragung der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg an, sich viele Gedanken über ihre Zukunft zu machen.

Nur die Hälfte der Mädchen sowie 70 Prozent der Buben haben bereits „konkrete Zukunftspläne“. Grundsätzlich zeigen sich die Jugendlichen optimistisch, diese zu erreichen. Dennoch: Die Zukunft bereitet den Schülern auch Angst. Dabei zeigen sich Mädchen in fast allen Bereichen etwas ängstlicher als Buben. Rund ein Drittel aller Schülerinnen gibt an, Angst vor Brüchen in sozialen Beziehungen, „Schwierigkeiten, von der Schule in den Beruf zu finden“ sowie „finanziellen Problemen“ zu haben. Und die Angst, keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu bekommen, zieht sich mit rund 60 Prozent durch alle Schultypen.

Die größte Sorge männlicher Jugendlicher in Vorarlberg ist die steigende Zuwanderung. Rund 53 Prozent geben an, Angst oder sogar „große Angst“ davor zu haben. Die Mädchen hingegen befürchten eine steigende Ausländerfeindlichkeit. Die Studie zeigt, dass Schülerinnen grundsätzlich eine offenere Haltung gegenüber Zuwanderern haben. Während 21 Prozent der Buben der Aussage, dass „ÖsterreicherInnen und NichtösterreicherInnen nichts miteinander zu tun haben sollen“ zustimmen, tun das nur sechs Prozent ihrer weiblichen Altersgenossen. Wobei sich Schüler von maturaführenden Schulen grundsätzlich liberaler zeigen als jene, die andere Schultypen besuchen. Die Jugendlichen wünschen sich, dass sich Migranten „an die österreichische Kultur anpassen“ und überwiegend deutschsprachig aufwachsen.

Letzteres findet sogar hohe Zustimmung unter Schülern mit Migrationshintergrund. So sprechen sich mehr als 70 Prozent der türkischen Migranten für eine deutschsprachige Erziehung aus.

 

Migranten „integrationswillig“

Und auch die Integrationsbereitschaft der Migranten ist nach eigenen Angaben groß: Interkulturelle Freundschaften sowie das Zusammenleben verschiedener Kulturen werden von Migranten durchaus positiv gesehen. Aber: Eine Anpassung an die österreichische Kultur im Sinne einer Assimilation wird kritisch beurteilt. Zwei Drittel der Buben mit türkischem oder exjugoslawischem Hintergrund sind der Meinung, dass Migranten sehr wohl „fremde Gewohnheiten“ öffentlich zeigen sollten. Interkulturellen Partnerschaften stehen die Migranten – allerdings mit Ausnahme der türkischen Mädchen – überwiegend positiv gegenüber.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2011)