Schottland: Der falsche Fleischhauer von Dumbarton

Schottland ScheinGeschaefte gegen Wirtschaftskrise
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Die kleine schottische Stadt will gegen die Tristesse zugenagelter und leer stehender Geschäfte vorgehen. Sie eröffnet deshalb Schein-Geschäfte.

Die Wirtschaftskrise lässt die Menschen erfinderisch werden. Die westschottische Kleinstadt Dumbarton etwa eröffnet deshalb Schein-Geschäfte, um der Tristesse geschlossener Geschäfte und verkommener Fassaden in der Einkaufsstraße zu begegnen. Der Stadtrat von Dumbarton steckt 20.000 Pfund (rund 24.000 Euro) in das Projekt, berichtet die BBC. Bisher gibt es einen falschen Fleischhauer und das Trugbild eines Imbisses. Bald sollen weitere Schein-Geschäfte dazukommen.

"Es ist kein Geheimnis, dass die Händler in den Geschäftsstraßen im gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima zu kämpfen haben und es wird geschätzt, dass in ganz Großbritannien rund 13 Prozent aller Läden leer stehen", sagt Jim McAloon von der regionalen Wirtschaftsförderung der BBC zufolge.

Der Stadtrat ist überzeugt: Die Schein-Fassaden seien immer noch besser als verbarrikadierte Ladenfenster oder leere Auslagen. "Dumbarton hat eine stolze Geschichte, die bis zu jener Zeit zurückreicht, als die Stadt Hauptstadt des antiken Königreichs von Strathclyde war. Der Aufstieg der außerhalb der Stadt gelegenen Einkaufszentren hat die wirtschaftliche Bedeutung gefährdet", sagt McAloon. Zugenagelte und leer stehende Geschäfte könnten einen abträglichen Effekt auf die Hauptstraße haben.