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Lobby für die Mehrsprachigkeit stellt sich neu auf

Lobby fuer Mehrsprachigkeit stellt
(c) Clemens Fabry
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Das Österreichische Sprachenkomitee hat erstmals ein Arbeitsprogramm erstellt. Schwerpunkte sind neue Lehrerausbildung und früher Spracherwerb.

Was nach dem Jahr der Sprachen 2001 als lose Zusammenarbeit von rund 40 Organisationen aus dem Bildungsbereich, Wirtschaft und Sozialpartnern begonnen hat, soll nun eine effiziente Beratungsorganisation in der Frage der Mehrsprachigkeit werden: Das Österreichische Sprachenkomitee (ÖSKO) will in eine "neue Ära" starten, wie es auch im Titel der Auftaktveranstaltung heute Abend heißt. Als Zeichen für die stärkere Vernetzung gibt es nun auch erstmals ein Arbeitsprogramm: Das ÖSKO will 2012/13 dafür sorgen, dass Mehrsprachigkeit in der neuen Lehrerausbildung verankert wird, und erheben, wie es in Österreich um den frühen Spracherwerb steht.

Der Mehrwert des ÖSKO sei, dass die Mitglieder wie Unis, PH oder Erwachsenenbildungseinrichtungen ihre Handlungen und Initiativen aufeinander abstimmen und Ressourcen bündeln, betonte Gunther Abuja, Geschäftsführer des als als ÖSKO-Geschäftsstelle fungierenden Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrums.

Mehrsprachigkeit als Chance

Die Gesellschaft wolle man dazu anregen, "sich vorurteilsfrei mit anderen Sprachen und Kulturen auseinanderzusetzen" und Mehrsprachigkeit als Chance und nicht als Bedrohung zu verstehen. Keinesfalls gehe es um eine "Palastrevolution" gegen Unterrichts- und Wissenschaftsministerium, die das ÖSKO selbst initiiert haben. "Wir sind inhaltlich und fachlich beratend tätig."

In der neuen Lehrerbildung will das Komitee konkret Fragen der Mehrsprachigkeit in die Curricula einbringen: "Es geht darum, den Lehrern konkret zu vermitteln, wie man mit 17 verschiedenen Sprachen in der Klasse umgehen lernt, ohne im Burnout zu landen", so Abuja. Wichtig wäre es auch, dass es künftig mehr Lehrende mit Migrationshintergrund an den Schulen gebe.

Was wurde gemacht?

Zweiter bereits fixierter Punkt des Arbeitsprogramms ist es, zu überprüfen, ob und welche Empfehlungen aus dem "Language Education Policy Profile" umgesetzt wurden, das 2008 auf Initiative des Europarats publiziert wurde. Thematischer Schwerpunkt war der frühe Spracherwerb. "Wir wollen die Plattform nutzen, um uns auf allen Ebenen anzuschauen, was wurde gemacht und was nicht."

Die Auftaktveranstaltung wird von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) eröffnet, der Mehrsprachigkeit vorab in einer Aussendung als "individuelle und gesellschaftliche Chance zugleich" bezeichnete. Schmied betonte die Wichtigkeit des ÖSKO, denn "an der gezielten Förderung von Mehrsprachigkeit in unserer Gesellschaft müssen alle relevanten Institutionen und Entscheidungsträger mitwirken".

(APA)