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Blackout-Angst um deutsches Stromnetz

Symbolbild
(c) AP (MARTIN MEISSNER)
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Netz wird im Winter, in dem Energieverbrauch traditionellerweise steigt, „an der Grenze der Belastbarkeit angelangt sein“. Gibt es in Deutschland Probleme, ist davon auch die heimische Stromversorgung betroffen.

Wien/DPA/jaz. 1807 Kilometer an neuen Hochspannungsleitungen seien besonders wichtig, stellte die deutsche Netzagentur 2009 fest. Damit sollte die durch Atomausstieg und riesige Windparks stark veränderte deutsche Stromproduktion weiterhin sicher zu den Konsumenten gebracht werden. Drei Jahre später sind davon jedoch erst 214 Kilometer fertiggestellt. Daher werde das Netz im Winter, in dem der Energieverbrauch traditionellerweise steigt, „an der Grenze der Belastbarkeit angelangt sein“, schreibt die Agentur in einem am Freitag veröffentlichten Bericht.
Schon bisher sorgt der volatile Windstrom für große Probleme im Netz. Die Produktion findet nämlich großteils im dünn besiedelten Norden des Landes statt, die Verbraucher sitzen jedoch großteils im Süden. Um das Netz nicht zu überlasten, müssen die Windparks daher immer öfter abgeschaltet werden. 2010 gingen dadurch 150 Gigawattstunden verloren – etwa der Jahresverbrauch von 43.000 Haushalten.
Da das heimische Netz sehr stark mit dem deutschen verbunden ist, könnte sich ein eventueller Blackout nördlich der Grenze nach Österreich fortsetzen, warnte zuletzt E-Control-Vorstand Walter Boltz im Gespräch mit der „Presse“. Auch hierzulande sei daher der Ausbau des Hochspannungsnetzes unumgänglich.