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NÖ: 15 Verletzte bei Brandstiftung in Flüchtlingsheim

Brand Fluchtlingsheim Hirtenberg
Das Flüchtlingsheim Hirtenberg nach dem Brand(c) APA/HELMUT FOHRINGER (Helmut Fohringer)
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49 Menschen befanden sich in dem Flüchtlingsheim der Diakonie in Hirtenberg. In einem leeren Zimmer ist ein Bett angezündet worden. Die Polizei sieht keine Hinweise für einen Anschlag.

Bei einem Brand in einem Flüchtlingsheim in Hirtenberg im Bezirk Baden sind in der Nacht auf Mittwoch 15 Personen verletzt worden. Der Brand wurde gelegt, allerdings sei der Täter nicht von außen eingedrungen. Sieben Personen wurden mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben von "144 - Notruf NÖ" wurden acht weitere Personen leicht verletzt. Im Laura Gatner Haus der Diakonie hatten sich 49 Menschen befunden.

Das Feuer wurde um 1.50 Uhr entdeckt. Den Ermittlungen zufolge war im leerstehenden Zimmer 4 ein Bett angezündet worden, sagte Erich Rosenbaum vom Landeskriminalamt auf Anfrage. Warum es zu der Brandlegung kam, war weiter Gegenstand von Ermittlungen. Als Tatverdächtige würden jedenfalls Insassen gelten. Die Einvernahmen dauerten am Mittwoch an und gestalteten sich schwierig. Schon am Dienstagvormittag sei die Tür zu dem Zimmer angezündet worden, so Rosenbaum weiter.

100 Feuerwehrmänner im Einsatz

Als die alarmierten Löschtrupps eintrafen, schlugen bereits Flammen und dichter Rauch aus dem Raum im ersten Stock, berichtete Stefan Schneider vom Bezirksfeuerwehrkommando Baden. Eine Person musste über eine Schiebeleiter aus dem zweiten Stock geborgen werden. Den übrigen Flüchtlingen gelang es laut Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando, sich selbst ins Freie zu retten. Ein Bewohner hatte zuvor durch laute Schreie Alarm geschlagen.

Auf dem gegenüberliegenden Parkplatz wurde ein Triage-Platz zur Erstversorgung eingerichtet. Im Rettungseinsatz standen vier Notarztteams, acht Rettungswagen sowie ein Kriseninterventions- und das Akutteam NÖ. 100 Mann von sieben Feuerwehren (Hirtenberg, Enzesfeld, Lindabrunn, St.Veit, Berndorf, Pottenstein, Leobersdorf) brachten die Flammen rasch unter Kontrolle.

Laut Schneider waren viele der Hausbewohner nur leicht bekleidet und mussten aufgrund der niedrigen Außentemperatur rasch in warme Räumlichkeiten gebracht werden. Dafür wurde seitens der Gemeinde der Turnsaal der Hauptschule zur Verfügung gestellt.

Die Diakonie teilte am Mittwoch in einer Aussendung mit, dass Sachverständige die vorübergehende Evakuierung des Laura Gatner Hauses angeordnet hätten. "Wir organisieren eine Unterbringung der Jugendlichen in einem Wiener Notquartier der Diakonie", so Christoph Riedl, Leiter des Flüchtlingsdienstes. "Wir hoffen, dass eine Rückkehr ins Haus in Hirtenberg innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen möglich sein wird." Von dem Brand und einem dadurch verursachten Wasserrohrbruch seien fünf Zimmer und die Küche betroffen.

Laura Gatner Haus

Das Laura Gatner Haus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verfügt laut Homepage der Diakonie derzeit über 43 Wohnplätze für Burschen im Alter von 13 bis 18 Jahren, die ohne Familie nach Österreich geflüchtet sind. Es ist Lebensmittelpunkt für Jugendliche verschiedenster Nationalitäten, derzeit vor allem aus Afghanistan und Somalia. Für junge Erwachsene, die sich in einer weiterführenden Ausbildung befinden, stehen zusätzlich 26 Wohnplätze in betreuten Außenwohngruppen in weiterer Umgebung der Einrichtung zur Verfügung.

(APA)