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Warum viele Unfälle mit Gas passieren

Symbolbild
(c) Erwin Wodicka - wodicka@aon.at (Erwin Wodicka)
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Heizthermen müssen nicht gefährlich sein – wenn man richtig mit dem Heizgerät umgeht, einige Grundregeln befolgt und einmal jährlich dem Rauchfangkehrer die Türe öffnet, hat im Prinzip nichts zu befürchten.

Wien. Eine Gasexplosion zu Silvester im Bezirk Donaustadt, ein an einer Gasvergiftung verstorbener Wiener in der Nacht auf Dienstag: Auch wenn diese Unfälle durch (zum Teil auch mutwilliges) Fehlverhalten erklärbar sind – sie lassen bei Besitzern von Gasthermen immer wieder die gleiche Frage aufkommen: Geht vom heimischen Heizgerät ein ungeahntes Risiko aus? Die Antwort fällt beruhigend aus, zumindest auf den ersten Blick: Wer Grundregeln befolgt und einmal jährlich dem Rauchfangkehrer die Türe öffnet, hat im Prinzip nichts zu befürchten. Auch um die regelmäßige Emissionsmessung, die alle fünf Jahre durchzuführen ist, kümmert sich der Rauchfangkehrer. Dass die Wiener Feuerwehr jährlich dennoch rund tausend Mal wegen Alarmen in Verbindung mit Gas ausrückt, hat mehrere Gründe.

Dass Abgase richtig abströmen, ist keine Selbstverständlichkeit

Für alle Heizsysteme mit offener Brennkammer gilt: Wenn die Abgase des Brennvorgangs ordnungsgemäß abfließen sollen, muss der Druck im Wohnraum hoch genug sein. Geräte wie Dunstabzüge, die den Druck verringern, müssen also auf die Gastherme abgestimmt werden – sonst könnten die Abgase nicht durch den Kamin abgesaugt werden, sondern in den Wohnraum zurückströmen. Dieses geringe Risiko besteht vor allem für kleine, gut isolierte Räume oder bei sehr hohen Außentemperaturen. Es lässt sich aber durch ein Gespräch mit dem Installateur auf Nullniveau reduzieren, etwa wenn man kurz nach dem Besuch des Rauchfangkehrers ein neues Abzuggerät installiert.
Viele neuere Thermen verfügen aber über geschlossene Brennkammern und eigene Ableitungen. Dort besteht dieses Risiko nicht.

Schlecht gereinigte Gasbrenner erzeugen giftiges Kohlenmonoxid.

Je mehr Ablagerungen den Gasbrenner verschmutzen, desto mehr giftiges Kohlenmonoxid entsteht beim Brennvorgang – deswegen ist die Reinigung des Gasbrenners so wichtig. Riechen kann man CO-Gas übrigens nicht, anders als den eigentlichen Brennstoff Erdgas. Ihm wird ein eigener Geruchsstoff beigemischt wird, um ungewollten Gasaustritt erkennbar zu machen. Martin Weichselberger, Sprecher vom Wien Energie Gasnetz, warnt vor auffällig günstigen Wartungsangeboten: „Von Angeboten weit unter hundert Euro würde ich die Finger lassen, das Risiko einer schlechten Reinigung ist es nicht wert.“ Doch nicht nur für Gasheizungen – für alle Geräte, die durch Verbrennung Wärme erzeugen (also auch Öl- und Pelletsheizungen), ist Wartung besonders wichtig. Besitzer von Wärmepumpen oder Solarheizungen dürfen sich indes nicht nur über ökologische, sondern auch risikoarme Geräte freuen.

Gasherde werden häufiger falsch verwendet als gedacht.

„Es klingt nach einem makabren Scherz“, sagt Brandkommissär Jürgen Wojnesich von der Wiener Berufsfeuerwehr, „aber dass Leute mit dem Herd heizen, ist ein Faktum der Einsatzstatistik.“ Da die Verbrennung, anders als bei Gasthermen, ohne eigenen Abzug vor sich geht, droht eine Kohlenmonoxidvergiftung – so wie bei jenem Wiener, der in der Nacht auf Dienstag starb, als er mit dem Herd seine Wohnung heizen wollte.