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Zu feig? Zu schwach?

Die Spitze der Polizei bleibt ein Männerbund. Und das sieht man nicht als Problem.

Frauen haben bei der Polizei grundsätzlich nichts verloren. Laut sagen traut sich diesen Satz, den ein Polizist bei einer Studie über Frauen in der Exekutive auf den Fragebogen notiert hat, kaum ein Beamter. Doch während längst starke Fernsehkommissarinnen Mörder jagen, bleibt die Polizei selbst weiter männlich. Nur 13 Prozent der Polizeibeamten sind heute Frauen. Und in den Führungsetagen findet man sowieso kaum eine.

Argumentiert wird das mit alten Zuschreibungen. Zu schwach? Zu sanft? Zu selbstkritisch? „Was werden denn die Männer denken?“, so habe eine Polizistin begründet, warum sie sich nicht für einen höheren Posten bewerben will, erzählt Sibylle Geissler, die Gleichbehandlungsbeauftragte des Innenministeriums.

Frauen fehlt die Macht der Männerbünde. Sucht man eine Führungskraft, denken die Kommandanten nicht nach, ob es nicht auch geeignete Frauen für den Job gäbe. Immer wieder landen Fälle von Diskriminierung und Mobbing vor der Gleichbehandlungskommission.

Ein Problembewusstsein dafür ist in der Exekutive allerdings Fehlanzeige. Programme zur Frauenförderung gibt es kaum. Und wenn, dann werden sie von Männern eher abgelehnt. Die Polizei, ein Verein mächtiger Machos mit Waffen. Ein modernes Frauenbild scheint in dieser Welt (noch) keinen Platz zu haben.

 

christine.imlinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2012)

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