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Kultusgemeinde: Ariel Muzicant tritt zurück

Kultusgemeinde ARIEL MUZICANT
Ariel Muzicant(c) APA/HANS KLAUS TECHT (Hans Klaus Techt)
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Nach 14 Jahren an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde erklärt Ariel Muzicant seinen Rücktritt. Sein Stellvertreter Oskar Deutsch soll Nachfolger werden. Er hat sich für jüdische Zuwanderung ausgesprochen.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, will kommende Woche von seinem Amt zurücktreten. Bei der Vorstandssitzung am kommenden Dienstag wird er die Führung abgeben und seinen bisherigen Stellvertreter, Oskar Deutsch, als Nachfolger vorschlagen. Muzicant hat am vergangenen Sonntag seinen 60. Geburtstag gefeiert. Er stand der Kultusgemeinde seit 1998 vor.

Die 24 Vorstandsmitglieder müssen den Nachfolger wählen. Die Bestellung Deutschs zum interimistischen Leiter gilt als sehr wahrscheinlich, gehört er doch zu Muzicants Liste "Atid" (hebräisch: Zukunft).

Unabhängig davon finden im November 2012 die Wahlen in der IKG statt. Eine Gegenkandidatur hat der bekannte Psychoanalytiker und Consulter Martin Engelberg von der Liste "Jüdisches Leben" angekündigt. 

Nachfolger Deutsch für jüdische Einwanderung

Deutsch wurde 1963 in Wien geboren. Er engagierte sich zunächst in mehreren jüdischen Organisationen und Vereinen. 1993 wurde er Kultusvorsteher der IKG und Vorsitzender der Fundraising-Kommission. Hauptberuflich arbeitet der zweifache Familienvater als Geschäftsführer der "Alvorada Kaffeehandelsges. m. b. H".

Deutsch hat vor einem Jahr schon skizziert, wofür er sich als Präsident einsetzen möchte: vor allem für den Zuzug von Juden nach Österreich. Die IKG habe derzeit 7500 Mitglieder - soll es auch "in 20, 30, 40 Jahren" noch eine Gemeinde geben, sei eine Einwanderung unumgänglich. Ziel sei es jedenfalls, die Zahl der Juden in Österreich langfristig von 15.000 auf 20.000 bis 25.000 zu erhöhen.

Ariel Muzicant

1952 in Haifa, Israel geboren.

Seit 1956 lebt Ariel Muzicant in Wien.

1976 schloss er seine akademische Ausbildung mit einer Promotion in Medizin ab und trat in das Immobilienmaklerbüro seines Vaters ein.

1998 wurde er zum Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien gewählt und 2004 sowie 2008 bestätigt. Er trat die Nachfolge von Paul Grosz an. Darüber hinaus ist Muzicant Vorstandsmitglied des Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstandes.

Seit 2009 betreibt Muzicant die Webseite „Kellernazis in der FPÖ“.

2012 zieht er sich aus der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien zurück.

(APA/Red.)