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Mehr Transparenz für nachhaltige Fonds

(c) Erwin Wodicka - wodicka@aon.at (Erwin Wodicka)

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst immer schneller – den Überblick zu behalten ist nicht leicht. Die Organisation FNG bietet Anlegern jetzt die Möglichkeit, die Strategien der Fonds zu vergleichen.

Wien/Weber. Immer mehr Anleger setzen bei der Geldanlage auf „nachhaltige Fonds“, um eine Brücke zwischen reinem Gewissen und attraktiver Rendite zu schlagen. Laut dem Sustainable Business Institute (SBI) sind im deutschsprachigen Raum 375 solcher Fonds zum Vertrieb zugelassen. Zusammen verwalten sie ein Vermögen von 34 Mrd. Euro, vier Mrd. Euro mehr als noch zum Jahresende 2011.

Ein Problem, das immer wieder auftritt, ist die mangelnde Transparenz. So meinen viele Anleger, ihr Fonds investiere weder in fossile Energieträger noch in Firmen, die Waffen produzieren. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen: Nicht selten finden sich Aktien von Öl- und Gaslieferanten oder Rüstungsherstellern in den Portfolios, wie eine Studie der deutschen Grünen ergeben hat.

Besseren Einblick in die Anlagestrategie der als nachhaltig beschriebenen Fonds verspricht die Organisation „Forum Nachhaltige Geldanlagen“ (FNG) aus Berlin. Sie veröffentlicht ab sofort auf ihrer Internetseite (forum-ng.org) sogenannte „Nachhaltigkeitsprofile“ für einzelne Fonds. Auf zwei Seiten wird in dem Dokument die Anlagestrategie des Fonds beschrieben, also welche Ausschlusskriterien befolgt werden, oder wie die Wertpapiere ausgewählt werden. Gestartet wird mit Dokumenten für 40Fonds, die kostenlos abzurufen sind. Darunter sind auch die acht „Vinis“-Fonds der Erste Sparinvest. Diese Nachhaltigkeitsfonds gibt es als Aktien-, Anleihen-und Geldmarktfonds.

 

Unternehmen beeinflussen

„Mit den Fondsprofilen sind wir einen weiteren entscheidenden Schritt hin zu mehr Transparenz und einer besseren Verständlichkeit von nachhaltigen Finanzprodukten vorangekommen“, findet FNG-Chef Volker Weber. Ein weiteres Angebot, die „FNG-Matrix“, ermöglicht es, die Fonds rasch auf Ausschlusskriterien abzuklopfen. Diese Matrix ist als Excel-Dokument auf der Internetseite der Organisation zu finden.

„Ziel ist es, diese Investments und ihre vielfältigen Möglichkeiten einer noch größeren Zahl von Anlegern zugänglich zu machen“, sagt FNG-Vorstandsmitglied Olaf Köster. „Viele Menschen wissen bislang nicht, dass sie beispielsweise über Positivkriterien das soziale und ökologische Verhalten von Unternehmen beeinflussen können.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.06.2012)