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Nachruf: Der letzte Handwerks-Meister

Richard Fleischer, Regisseur von Klassikern wie "20.000 Meilen unter dem Meer", ist gestorben.

Das Kino war Familiensache: Richard Fleischer kam 1916 in Brooklyn als Sohn von Max Fleischer zur Welt. Keine zwei Jahre später begannen Max und Bruder Dave mit der Zeichentrick-Pionierserie "Out of the Inkwell", schufen später Popeye und Betty Boop. Richard aber erhielt den Rat, "nur ja nichts mit Hollywood anzufangen", studierte erst folgsam Psychologie, doch entdeckte bald die Liebe zum Drama, dann zum Film.

1942 begann er bei der Wochenschau, stieg schnell zum Spielfilmregisseur auf: Für RKO drehte er kleine, ökonomische B-Filme, darunter Genre-Meisterwerke wie Follow Me Quietly (1949), das Urmodell aller Serienmörder-Filme, und den perfekten Zug-Krimi The Narrow Margin (1952). Das führte zu Großaufträgen: 20.000 Meilen unter dem Meer (1954) für Disney blieb unerreichte Vorlage aller Abenteuerfilme des Studios, andere seiner bekanntesten Werke wie das Musical Dr. Doolittle (1967) leiden aber unter Großproduktions-Kompromissen.

Doch Fleischer blieb öfter bescheiden, zeigte dabei wahre Größe: in vielen Filmen über wahre Verbrechen wie dem Split-Screen-Meisterwerk Der Frauenmörder von Boston (1968), aber auch der verkannten Rassismus-Studie Mandingo (1975). Gegen Ende der Karriere inszenierte er sogar noch Schwarzenegger als Conan, der Zerstörer (1984), mit derselben unprätentiösen Attitüde wie einst. Am Samstag starb der wohl letzte Handwerks-Meister der Studio-Ära im Alter von 89, in einem Krankenhaus in Los Angeles eines natürlichen Todes. hub