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Frauenbonus an Med-Uni Wien wird geprüft

Symbolbild
(c) APA (Herbert Neubauer)
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Studentenvertreter haben beim Ministerium Beschwerde gegen die umstrittene genderspezifische Auswertung des Eignungstests an der Medizin-Uni Wien eingelegt. Nun wird geprüft, ob die Methode zulässig war.

Wien/APA/BEBA. Die umstrittene genderspezifische Auswertung des Eignungstests an der Medizin-Uni Wien beschäftigt nun das Wissenschaftsministerium. Die Studentenvertretung der Med-Uni hat eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht. Nun wird geprüft, ob die Auswertungsmethode zulässig war. Entscheidet das Ministerium gegen die Uni, könnte das bedeuten, dass sie für (männliche) Bewerber, die aufgrund der Gender-Auswertung abgewiesen wurden, zusätzliche Plätze zur Verfügung stellen muss.

Doch von vorne: Erstmals wurde der Test für das Medizinstudium in Wien in diesem Jahr genderspezifisch ausgewertet – zugunsten der weiblichen Prüflinge, die bislang stets schlechter abgeschnitten hatten. Das konnte dazu führen, dass Frauen trotz identer Punktezahl einen höheren Testwert als Männer aufwiesen – und deshalb einen Studienplatz bekamen. Zahlreiche männliche Bewerber kündigten bereits rechtliche Schritte an.

Die von der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft dominierte Studentenvertretung hatte stets von einer „überstürzten politischen Entscheidung“ der Uni gesprochen und daher nun Beschwerde eingereicht. Das Ministerium wartet auf eine Stellungnahme des Rektorats. Auf dessen Basis wird entschieden, ob und wann weitere Schritte gesetzt werden. All jene, die heuer bereits eine Zusage für einen Studienplatz haben, können aber auf jeden Fall ihr Studium beginnen.

 

Auswertung könnte bleiben

Die Med-Uni gibt sich im Gespräch mit der „Presse“ optimistisch: Man habe sich rechtlich abgesichert. Rektor Wolfgang Schütz kann sich sogar vorstellen, dass die Maßnahme auch in den kommenden Jahren angewendet wird. Sollten Frauen bei dem neuen Aufnahmeverfahren, das die Med-Unis in Wien, Graz und Innsbruck derzeit erarbeiten, erneut schlechter abschneiden, werde eine genderspezifische Auswertung notwendig sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)