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Bank Austria: EDV-Fiasko kostet Millionen

(c) Bank Austria
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Die 700.000 Online-Kunden der Bank Austria sollen mit Gutscheinen besänftigt werden. Der Banker spricht von einem „Albtraum“. Man könne nicht zur Tagesordnung übergehen.

Wien/Höll/Apa. Die seit Tagen anhaltenden Probleme im Internetbanking kommen die Bank Austria teuer zu stehen. In die Systemumstellung floss bereits ein dreistelliger Millionenbetrag. Da vieles nicht funktioniert, müssen die betroffenen Kunden nun entschädigt werden. Fix ist, dass alle 700.000 Internetkunden mit Gutscheinen besänftigt werden sollen. Mit welchem Betrag, soll demnächst bekannt gegeben werden. „Es wird uns einiges kosten“, so Bank-Austria-Chef Willibald Cernko am Mittwoch.

Der Banker spricht von einem „Albtraum“. Man könne nicht zur Tagesordnung übergehen. „Natürlich werden wir uns in einer Manöverkritik wiederfinden, wenn wir aus der kritischen Phase heraußen sind.“ Ob es personelle Konsequenzen geben wird, ist unklar. In der Bank Austria selbst gibt es keinen IT-Vorstand, weil die EDV-Agenden an UniCredit ausgelagert worden sind.

 

Viele frustrierte Kunden

In der Nacht auf Donnerstag wird das Internetbanking erneut für einige Stunden abgeschaltet. Grund ist ein Software-Update. Laut Cernko sei das System nach der Umstellung durch zu viele Zugriffe überfordert gewesen. Als Sicherheitsprobleme hochkamen, habe er das Abschalten angeordnet. Eine Rückkehr zum alten IT-System sei nicht mehr möglich gewesen. Wann alle Probleme gelöst sind, kann Cernko noch nicht sagen.

In Internetplattformen reißen die Kommentare frustrierter Kunden nicht ab. Das Internetbanking funktioniere viel zu langsam. Auch in einigen Selbstbedienungsautomaten würde es kein Geld und keine Kontoauszüge geben. Bank-Austria-Kunden, die durch die IT-Umstellung einen finanziellen Schaden erlitten haben wie Überziehungszinsen oder Mahnspesen für verspätete Buchungen, sollen sich an ihren Bankbetreuer wenden. Das Institut hat 1,8 Millionen Kunden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2012)