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Kontaminiertes Kebab: Marktamt gibt Entwarnung

Symbolbild(c) EPA (Kerim Okten)

Niederländischer "Döner-Alarm" sei in Wien unangebracht: Keine Beanstandungen bei Kontrollen.

Wien/Gr. Jeder zweite Döner ist bakteriell so stark belastet, dass Lebensmittelvergiftungen drohen – allerdings nur in den Niederlanden. Während der „Döner-Alarm“ des holländischen Konsumentenschutzverbandes „Consumentenbond“ – unter anderem wurden in Amsterdam Darmbakterien in den Speisen gefunden – dort seit Tagen für helle Aufregung sorgt, gibt das Wiener Marktamt Entwarnung für Freunde des türkischen Schnellimbisses.

„Wir haben seit Jahresbeginn 157 rein als Kebabstände deklarierte Lokale kontrolliert“, sagt Alexander Hengl, Sprecher des Marktamtes, der MA59 – „die waren alle ohne Mängel.“

Kontrolliert würden bei diesen Inspektionen unter anderem die Rohmaterialien, die Lagerung, die Zubereitung und – was in den Niederlanden offenbar besonders im Argen liegt – die Hygienebestimmungen im Umgang mit Lebensmitteln, etwa wie lange ein Stück Fleisch aufgespießt bleibt. Auch bei den Speiseproben, die von der Bundesagentur für Ernährungssicherheit und dem eigenen Labor der Stadt Wien untersucht würden, hätte man keine Mängel festgestellt.

 

Kontrollen alle zwei Jahre

Routinemäßig nehme das Marktamt alle zwei Jahre Kontrollen in Restaurants wahr, bei „schwarzen Schafen“ oder infolge von Beschwerden noch öfter. Gerade im Kebab-Bereich habe es aber noch keine „großen Beschwerden“ gegeben, sagt Hengl. Selbst als vor zwei Jahren wegen Berichten über verdorbene Joghurtsaucen in Deutschland die große „Döner-Panik“ ausgebrochen sei, habe das in Wien keine Auswirkungen gehabt.

Kritischer zur Lage der Kebab-Situation hat sich zuletzt die Arbeiterkammer gezeigt: Bei einem Test in Linz im Vorjahr wiesen vier von neun Proben „teils gravierende Mängel auf“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)