Sicherheit

Licht aus, Wasser ab, Fenster zu: Wie man ein urlaubsfittes Zuhause schafft

Gekipptes Fenster: Einbruch in ein Haus mit einem Brecheisen.
Gekipptes Fenster: Einbruch in ein Haus mit einem Brecheisen.www.BilderBox.com
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Wie sind die Wohnung und das Haus für eine Urlaubsreise im Idealfall abzusichern, um weder Diebe anzulocken noch Versicherungsleistungen zu verlieren noch unerwünschte Mitbewohner vorzufinden.

Kaum einer weiß: Laut üblichen Haushaltsversicherungen ist der Hauptwasserhahn abzudrehen, wenn Haus oder Wohnung länger als 24 Stunden verlassen werden. Die Fenster müssen geschlossen sein – ein gekipptes wird dabei wie ein offenes gehandhabt. Steigt ein Einbrecher durch ein solches ein, kann die Versicherung die Deckung des Schadens ablehnen. Und hat eine Wohnungstür mehrere Schlösser, ist es essenziell, alle zu versperren.

Drei Beispiele dafür, was vor einer Urlaubsreise eigentlich zu bedenken ist – und oft vergessen wird. Die Liste ist natürlich länger: Auch frei liegende Wertgegenstände – Schmuck, Uhren oder Bargeld – sind nur bis zu einer verhältnismäßig geringen Versicherungssumme, dem sogenannten Sublimit, versichert. Andere Höhen bestehen, sollte es einen Wandtresor geben. Ebenso kann eine im Vertrag angegebene Alarmanlage die Kosten verringern, jedoch nur dann, wenn sie ordnungsgemäß eingeschaltet wurde. „Sollte ein Schadensfall eintreten, heißt es, ihn so schnell wie möglich zu melden und mit der Versicherung in Kontakt zu treten. Das geht meist auch online“, erklärt ein Experte der Arbeiterkammer Wien.

»Sollte ein Schadensfall eintreten, heißt es, ihn so schnell wie möglich zu melden und mit der Versicherung in Kontakt zu treten.«

Sicherheitsexperte

Arbeiterkammer Wien

Außerdem müssen Maßnahmen gesetzt werden, dass der Schaden nicht größer wird – etwa, wenn es durch das Dach hereinregnet oder eine wasserführende Leitung leckt. Es zahlt sich also aus, einem guten Bekannten einen Schlüssel für Kontrollbesuche zu leihen, um nach dem Rechten zu sehen, auch wenn keine Pflanzen und Tiere versorgt werden müssen. Und den Postkasten zu leeren ist ebenso sinnvoll – signalisiert ein voller Briefkasten doch, dass die Wohnung leer steht, was Einbrecher anlocken kann.

Vernetztes Ferien-Zuhause

Auch ein Smarthome kann helfen: Mit diesem können per Applikation aus der Ferne angeschlossene „smarte“ Geräte bedient, kontrolliert oder automatisiert werden – von der Lüftung über die Heizung bis hin zur Musikanlage. „Bei Abwesenheit werden gern die Features einer selbsttätigen Pflanzenbewässerung oder das stundenweise An- und Abdrehen des Lichts genutzt“, erklärt Harald Blumauer, Marketingleiter des österreichischen Smarthome-Unternehmens Siblik.

„Bei sicherheitsrelevanten Ereignissen wie Rauchalarm, Stromausfall und Einbruch wird man sofort informiert.“ Smarthomes lassen sich beim Bau bzw. Umbau am besten gleich von Anfang an miteinplanen. Eine Nachrüstung ist aufwendiger, da mitunter Wände geöffnet und wieder verputzt werden müssen. „Es ermöglicht grundsätzlich, die gesamte Elektrotechnik zu bedienen und Klima, Lüftung, Heizung, Haushaltsgeräte und Co. in die Hausautomatisierung einzubinden.“

»Bei sicherheitsrelevanten Ereignissen wie Rauchalarm, Stromausfall und Einbruch wird man sofort informiert.«

Harald Blumauer

Marketingleiter bei Siblik

Nannys für Tier und Pflanzen

Wer den persönlichen Kontakt schätzt oder ein Tier hat, kommt um menschliche Hilfe nicht herum. Dabei ist die rechtzeitige Planung für die Versorgung eines Haustiers vor Urlaubsantritt wichtig. Es ist nicht immer einfach, sein Haustier auf Reisen in eine fremde Umgebung mitzunehmen. Man bedenke die unterschiedlichen Quarantänebestimmungen bei Einreise in ein anderes Land oder aufgrund von Krankheit, Charakter oder hohem Alter des Lieblings.

„Hier kommen wir gern ins Spiel“, sagt Gülen Kaplan. Sie und ihre Schwester arbeiten seit drei Jahren als Tiernannys und versorgen Hund, Katz & Co. dann, wenn Herrchen oder Frauchen unterwegs sind. Kaplan: „Wir übernehmen, nach einigen Kennenlerntreffen vorab, alle Aufgaben der Besitzer und ziehen dafür in deren Räumlichkeiten ein. So können die Tiere ihr gewohntes Umfeld behalten.“ Das kann für ein paar Tage sein, aber auch schon vier, fünf Wochen lang.

Was Sie beachten sollten bei dem . . . . . . urlaubssicheren Zuhause

Tipp 1
Technik. Die To-dos sind so simpel wie bedeutsam: Auch bei kurzen Reisen Elektrogeräte (außer Kühlschrank natürlich und Lampe mit Timer) vom Netz nehmen (Energie sparen, Blitzschutz), Fenster und Türen verschließen, gegebenenfalls Rollos herunterziehen, in Häusern Hauptwasserhahn abdrehen. Smarthomes und/oder Alarmanlage für den Urlaub vorbereiten.

Tipp 2
Versicherung. Nicht nur geschlossene Fenster und Türen sind wichtig, damit die Versicherung im Fall eines Einbruchs zahlt, auch die fachgerechte Aufbewahrung von Wertgegenständen, etwa im Safe oder einer verschlossenen Schublade, zählt. Wasserschäden müssen sofort gemeldet und Maßnahmen ergriffen werden, um den Schaden nicht zu vergrößern.

Tipp 3
Betreuung. Postkasten leeren und ab und zu nach der Wohnung schauen (Wasserschaden) durch Bekannte ist bei längeren Abwesenheiten immer sinnvoll. Tiere können von eigenen Sitter (-diensten) betreut werden oder Freunden – hier ist die rechtzeitige Planung wichtig. Soll das Tier mit, müssen Quarantäne- und Einreisebestimmungen bedacht werden.

Als praktischer „Nebeneffekt“ werden dabei auch Wohnung oder Haus versorgt, Blumen gegossen oder gegebenenfalls Handwerkern sowie Putzkräften nach Vereinbarung die Tür geöffnet. Findet sich jedoch keiner der raren Plätze bei einer Tiernanny wie Kaplan, gibt es auch andere Lösungen – zumindest für die Pflege des Tiers. So können etwa auch ein Nachbar oder Bekannte regelmäßig vorbeisehen und „tierische“ Aufgaben verrichten. Spezielle Tiersitter entdeckt man wiederum auf der Website von Tiersitter24, die ebenfalls Check-in-Besuche oder Urlaubsbetreuung anbieten. Sollte der Liebling in einer Tierpension abgegeben werden, ist empfohlen, sich diese vorab anzusehen, sich einen Eindruck zu verschaffen und das Personal kennenzulernen.

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