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"Sklaverei": Arbeitete sich Praktikant in London zu Tode?

Ein 21-jähriger deutscher Praktikant der Bank of America Merrill Lynch ist in London gestorben, nachdem er nächtelang durchgearbeitet hatte.
Ein 21-jähriger deutscher Praktikant der Bank of America Merrill Lynch ist in London gestorben, nachdem er nächtelang durchgearbeitet hatte.(c) EPA (Andrew Gombert)
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Ein deutscher Praktikant der Bank of America hatte drei Tage hintereinander bis sechs Uhr in der Früh durchgearbeitet. Er wurde tot aufgefunden.

Ein 21-jähriger deutscher Praktikant der Bank of America Merrill Lynch ist in London gestorben, nachdem er laut einem Zeitungsbericht nächtelang durchgearbeitet hatte. Das US-Bankhaus bestätigte am Dienstag den Tod des jungen Mannes, der in der Londoner Niederlassung tätig war.

Der Deutsche habe gerade die sechste Woche seines insgesamt siebenwöchigen Praktikums absolviert, sagte ein Banksprecher. Angaben zu den Arbeitszeiten des Gestorbenen beziehungsweise der Praktikanten allgemein machte er nicht. Nach Angaben der britischen Tageszeitung "The Independent" hatte der junge Mann nächtelang durchgearbeitet.

In zwei Wochen acht Nächte nicht geschlafen

Der Deutsche habe vor seinem Tod "drei Tage hintereinander bis sechs Uhr früh durchgearbeitet", berichtete die Zeitung unter dem Titel "Slavery in the City". Die Leiche sei am vergangenen Donnerstag von Mitbewohnern in der Dusche des Appartements gefunden worden. Die Zeitung zitierte die Aussage eines anderen Praktikanten, wonach der Deutsche "innerhalb von zwei Wochen acht Nächte nicht geschlafen hat".

Ein Insider, der nicht genannt werden wollte, verriet ein paar Details aus dem Praktikanten-Alltag: "Man tut es nur für maximal zehn Wochen, daher wird es allgemein akzeptiert. Ich sehe viele Leute herumwandern, mit unklarem Blick und koffeinhaltige Getränke trinkend, um durch den Tag zu kommen. Aber es beklagt sich niemand, weil die mögliche Belohnung so groß ist. Wir ringen um sehr gut bezahlte Jobs." Die Abteilung, in der der deutsche Praktikant arbeitete, habe am längsten gearbeitet, sagte der Insider weiter.

(APA/AFP/Red.)