Thailand: Demonstranten drehen Regierung den Strom ab

Demonstranten am Zaun des Bangkoker Regierungssitzes
Demonstranten am Zaun des Bangkoker RegierungssitzesREUTERS

Die Regierungsgegner kappten die Wasser- und Stromleitungen am zentralen Regierungssitz in Bangkok und drohten, das Gelände zu stürmen. Premierministerin Yingluck befand sich allerdings in Sicherheit.

Thailands Regierungsgegner kämpfen mit allen Mitteln für einen Rücktritt der Regierung: Am Donnerstag kappten sie kurzerhand die Strom- und Wasserleitungen des Regierungssitzes in Bangkog, wie die Polizei mitteilte.

Hunderte Demonstranten verlangten den Abzug der Polizisten, die den Amtssitz von Premierministerin Yingluck Shinawatra schützen.  Andernfalls würden sie das Gebäude stürmen. Yingluck befand sich allerdings nicht in ihrem Amtssitz. Sie hatte sich am Mittwoch in ihre Heimatstadt Chiang Mai im Norden des Landes begeben.

Die Regierungschefin will bis zu den von ihr ausgerufenen Neuwahlen im Februar im Amt bleiben. Die Regierungsgegner fordern indes ihren sofortigen Rücktritt. Die seit Wochen andauernden Großdemonstrationen haben sich ursprünglich an ein Amnestiegesetz entzündet, das die Regierung verabschieden wollte. Dieses hätte Yinglucks Bruder, dem früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra, eine Rückkehr aus dem Exil erlaubt. Die Regierung ließ das umstrittene Amnestievorhaben inzwischen aber fallen, was ihre Gegner freilich nicht besänftigt hat. Denen geht es längst nur mehr um eines: den Sturz der Regierung.

Thaksin, der Held der armen Landbevölkerung

Premierministerin Yingluck hat sich mittlerweile zu vorgezogenen Wahlen bereit erklärt, einen Rücktritt lehnt sie allerdings weiterhin ab.

Ihr Bruder Thaksin war im Jahr 2006 vom königstreuen Militär entmachtet und später wegen Korruption verurteilt worden. Er ist vor allem auf dem Land und bei ärmeren Stadtbewohnern beliebt, für die Mittelklasse und Oberschicht hingegen ein Feindbild. Seine Gegner sehen Yingluck als „Marionette" ihres Bruders, dem sie Korruption und Stimmungsmache gegen die Monarchie vorwerfen.

(APA/AFP)

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