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Mexiko: Bürgerwehren unter staatlicher Kontrolle

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Vigilantes, Bürgerwehr in Mexico(c) REUTERS (STRINGER/MEXICO)

Im Kampf gegen Drogenclan der „Tempelritter“, konnte sich Regierung und Bürgerwehr auf einen Kompromiss verständigen.

Mexico City. Im Streit um eine Legalisierung der „Vigilantes“ haben sich die Regierung in Mexico City und die Bürgerwehren in der Unruheprovinz Michoacán auf einen Kompromiss verständigt. Die Mitglieder der Selbstverteidigungskräfte werden vorerst in Polizeieinheiten zusammengefasst und unter staatliche Kontrolle gestellt.

Später könnten sie in der regulären Polizei aufgehen. Die Bürgerwehren verpflichten sich, Listen ihrer Mitglieder vorlegen und ihre Waffen registrieren zu lassen. Im Gegenzug werden sie mit Fahrzeugen und Funkgeräten ausgestattet.

Im Kampf gegen Drogenbanden haben sich Bürger zu Bürgerwehren zusammengeschlossen. In Michoacán liefern sie sich mit dem Drogenkartell der „Tempelritter“ („Caballeros Templarios“) Gefechte. Um den Konflikt unter Kontrolle zu bringen, schickte die Regierung fast 10.000 Soldaten und Polizisten in die Provinz im Westen Mexikos.

Indessen inhaftierten die Sicherheitskräfte Dionisio Loya Plancarte alias „El Tío“, einen Anführer der „Tempelritter“, in Michoacáns Hauptstadt, Morelia. Plancarte ist der Onkel des Clanchefs, Enrique Plancarte Solís, er soll den Drogenhandel in Morelia dominiert haben.

Im Vorjahr war im Internet eine Videobotschaft von Plancarte aufgetaucht, in der er den Bürgerwehren mit Gewalt droht. Die Behörden hatten ein Kopfgeld von rund 1,6 Mio. Euro auf ihn ausgesetzt. Die „Caballeros Templarios“ beherrschten bis vor Kurzem weite Teile von Michoacán. (APA/DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.01.2014)