Neues Album

Howdy! Beyoncé läutet mit „Act II“ die Country-Ära ein

Beyoncé bei den Grammy Awards 2024.
Beyoncé bei den Grammy Awards 2024.  Kevin Mazur/Getty Images for The Recording Academy
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Beyoncé hat ebenso spektakulär wie überraschend neue Musik angekündigt, inmitten des Super Bowls. Der Teaser lässt recht unerwartet Country-Einflüsse vermuten.

Der Country-Flair, den Beyoncé 2016 mit ihrem Song „Daddy Lessons“ versprühte, war so eindrucksvoll, mühelos hätte er albumfüllend sein können. Damals lockte gar eine Version mit der US-Band The Chicks Fans der Western Music. Trotzdem hat niemand mehr mit einem Country-Album von Queen Bey gerechnet. Schon gar nicht, seit sie sich mit „Renaissance“ umfassend der House- und Dance-Musik widmete, als Hommage an die schwarze queere Community.

In der Nacht auf Montag ist dem Superstar zwischen Football und Taylor Swift also zweifelsohne eine Überraschung gelungen. Inmitten der beiden Spielhälften des Super Bowls machte Beyoncé via aufwendigem Werbespot für den Telekommunikationsanbieter Verizon eine Ankündigung: Die Musikerin ist bestrebt, das Internet „zu breaken“, was so viel heißt wie, das Netz mit einer Nachricht einzunehmen, die Leitungen mit kolossalem Ansturm zu überfordern. Ebenjener Netzanbieter hält freilich allen Versuchen stand (Komiker Tony Hale hält als Gesicht des Unternehmens her), und Queen Bey geht zur Ultima Ratio über: „Drop the new music“.

Zeitgleich erschien auf ihrer Webseite der Hinweis auf „Act II“ mit dem Datum des 29. März. Und einem schwer countrylastigen Vorboten des Albums: „Texas Hold ’Em“. Ein zweiter mutet als zartere Americana-Single an, „16 Carriages“. Zwei hellauf unterschiedliche Nummern, die Optik aber ist recht einheitlich cowboy-esque. Mit glitzerndem Stetson-Hut, wie sie ihn auch schon auf ihrer Renaissance World Tour trug, startet Beyoncé die feinfühlige Ballade, die später zum üppigen Orchesterarrangement anschwillt.

„Texas Hold ’Em“ beginnt im Gegenzug mit schnell gezupftem Banjo, mit dem Gesang setzt auch ein stampfender Beat ein, zu dem man sich gut ein paar Cowgirls beim Line-Dance vorstellen kann („It‘s a real-life boogie and a real-life hoedown / Don‘t be a bitch, come take it to the floor now“). Im Visualizer (einem kurzen Videoclip) trägt Beyoncé einen aufgehübschten Waffengürtel, die Waffe ist eine Fingerpistole (freilich mit perfekten Nägeln), aus der Funken schießen.

Das Album folgt als Fortsetzung auf ihr 2022 erschienenes Werk „Rennaissance“. Schon bei der Erscheinung hat sie es als ersten Teil eines dreiteiligen Akts präsentiert. Und weil eben der erste Akt recht tief in der schwarzen queeren Community verwurzelt ist, dürfte Beyoncé die Geschichte im zweiten Akt fortschreiben. Dafür spricht auch die Einbeziehung von Rhiannon Giddens als Gastinstrumentalistin auf „Texas Hold ‘Em“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Musikaffine und Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass etwa das Banjo seine Wurzeln in der schwarzen Kultur hat.

Country auf den großen Bühnen

Vor gut vier Jahren hat schon Rapper Lil Nas X die Billboard-Country-Charts gestürmt: Zusammen mit Billy Ray Cyrus vermischte er in „Old Town Road“ Trap-und Country-Elemente, als Subgenre wird häufig Country Rap genannt. Nach genauer Betrachtung flog er aber wieder aus dem Ranking. Man sei nach genauerer Betrachtung zum Schluss gekommen, dass der Song zwar durchaus Bezüge zur Country-Musik hätte, davon aber nicht genug, um in diesen speziellen Charts zu starten, erklärte man dem „Rolling Stone“. 

Musikerin Lana del Rey hat erst im Jänner ein Album mit Country-Einfluss angekündigt. Jene Musikerin, die sich bisher dem Sadcore verschrieben hat. Das neue Album heißt recht passend „Lasso“, im September soll es erscheinen. Beyoncé ist also früher dran. Und zumindest optisch hat sich das unlängst sogar angekündigt. Bei den Grammys mit weißem Cowboy-Hut.

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