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Johannes Paul II.: Als Seliger in den Glassarg

(c) EPA (Filippo Monteforte)
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Drei Jahre nach dem Tod von Papst Johannes Paul II.: Sobald der ehemalige Pontifex selig gesprochen ist, wird wohl sein Grab verlegt werden: in das Innere des Petersdoms. Das könnte bald der Fall sein.

Am 2. April jährt sich der Tod von Papst Johannes Paul II. zum dritten Mal: 2005 starb er nach langer Krankheit und kurzem Todeskampf im Alter von 84 Jahren. Bei seinem Begräbnis verlangte Gläubige mit "Santo Subito!" - "Heiliger jetzt!" die umgehende Heiligsprechung des obersten Hirten der katholischen Kirche - wohl auch deshalb hat Nachfolger Benedikt XVI. die vorgeschriebene fünfjährige Wartefrist verkürzt und ein Jahr nach dem Tod von Karol Wojtyla ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet.

Dieses Verfahren ist nun einen entscheidenden Schritt weiter: Der Postulator, eine Art Anwalt des Prozesses, Monsignore Slawomir Oder hat nach eigenen Worten den Entwurf seines Antrags an die vatikanische Heiligsprechungskongregation überreicht. 2.000 Seiten umfasst die "Positio", es seien nur noch kleine Verbesserungen "technisch-redaktioneller Art" zu machen, so Oder zu Radio Vatikan.

Wird die "Positio" angenommen, prüft eine Kommission und die Vollversammlung der Kardinäle und Bischöfe ni der Heiligsprechungskongregation den Antrag. Für die Beatifikation ist auch ein nachweisbares Wunder nötig: Angeblich wurde bereits eine französische Ordensfrau durch das Gebet zu Johannes Paul II. von Parkinson geheilt.

Aufbahrung im Inneren des Petersdoms?

Sollte Karol Wojtyla, wie Johannes Paul II. mit bürgerlichem Namen hieß, selig gesprochen werden, steht ihm eine Übersiedlung bevor: Derzeit ruhen seine Gebeine in der Gruft unter dem Petersdom. Der Vatikan plant aber, ihn in einem Glassarg im Inneren der Kirche aufzubahren. Eine Wachsmaske soll die Gesichtszüge des Pontifex konservieren. Das letzte Wort hierbei hat Papst Benedikt XVI., der aber die Seligsprechung abwarten wird. Die wird wohl nicht in nächster Zeit abgeschlossen sein.

Kardinal Giovanni Battista Re begrüßte die Überlegungen des Vatikans, das Grab von Johannes Paul II. in die Peterskirche zu verlegen. "Für uns alle, die seine engsten Mitarbeiter waren, sind diese Pläne eine große Freude. Johannes Paul II. war ein großartiger Mensch und ein großartiger Papst. Als Heiliger wird er in den Herzen der Tausenden Pilger leben, die sein Grab besuchen", sagte Kardinal Re. Derzeit wird das Grab von Johannes Paul II. täglich von 15.000 bis 20.000 Pilgern besucht.

Gedenkmesse am Petersplatz

Zum dritten Jahrestag seines Todes fand am Petersplatz in Rom eine Gedenkmesse für Karol Wojtyla statt. Zahlreiche Kardinäle, Bischöfe und Tausende Gläubige nahmen an der Feier teil. In seiner Predigt sagte Papst Benedikt XVI., Wojtyla hatte "übernatürliche Qualitäteten".

(Ag./BL)