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Air-Algerie-Absturz: Wrack offenbar gefunden

Ein Flugzeug der Air Algerie, allerdings von einem anderen Typ als die vermisste DC9
Ein Flugzeug der Air Algerie, allerdings von einem anderen Typ als die vermisste DC9(c) imago stock&people (imago stock&people)
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116 Menschen starben am Donnerstag, als eine Verkehrsmaschine von Air Algérie im Norden Afrikas verunglückte. Unter den Opfern sollen sich auch 50 Franzosen befinden. Österreicher waren nicht an Bord.

Um 5.10 Uhr Donnerstagfrüh hätte Flug AH 5017 von Air Algérie in der Hauptstadt Algier landen sollen - doch er kam dort nie an. Am Nachmittag dann die traurige Gewissheit: Ein weiteres Flugzeugunglück hat 116 Menschen in den Tod gerissen. Dass die Maschine, zu der der Kontakt in der Nacht abgerissen war, abgestürzt ist, hat zunächst die UNO bestätigt: Ein Kommandant der UN-Mission in Mali, Brigadegeneral Koko Essien, sagte der Nachrichtenagentur DPA, die Maschine sei im Zentrum des Landes verunglückt. Am Abend fanden französische Streitkräfte nach Angaben des Flughafens von Ouagadougou - von wo die Maschine gestartet war - das Wrack. Wie es auf der Internetseite des Airports heißt, liegt es in einem schwer zugänglichen Wüstengebiet zwischen den Städten Gao und Kidal. Warum es zum Absturz kam, war allerdings noch unklar.

Frankreichs Verkehrs-Staatssekretär, Frédéric Cuvillier, hatte früh angedeutet, dass vermutlich viele Franzosen an Bord gewesen seien. Ein Vertreter von Air Algérie in Burkina Faso hat die Zahl der Franzosen mit 50 angegeben. Mehrere spanische Medien hatten sogar von bis zu 80 Franzosen gesprochen.

Keine Österreicher an Bord

Eine vorläufige Passagierliste von Air Algérie enthält allerdings folgende Zahlen: 50 Franzosen, 25 Burkinabe, acht Libanesen, vier Algerier, zwei Luxemburger, ein Belgier, ein Schweizer, ein Nigerianer, ein Kameruner, ein Ukrainer, ein Rumäne. Medienberichte, wonach unter den Opfern auch die Tochter von Raúl Castro, Mariela Castro, gewesen sein soll, erwiesen sich aber als falsch. Die sechs Besatzungsmitglieder waren laut der spanischen Linie Swiftair, die das Flugzeug gechartert hatte, Spanier. Nach Informationen des Wiener Außenamts waren keine Österreicher an Bord.

Frankreichs Luftwaffe hatte zwei ihrer in Westafrika stationierten Mirage-2000-Kampfflugzeuge ausgeschickt, um nach dem abgestürzten Flugzeug zu suchen. Am Vormittag hatte die Fluggesellschaft Air Algérie erklärt, den Kontakt zu einer ihrer Maschinen verloren zu haben. Die Verbindung von Flug AH 5017 mit der Flugüberwachung sei am Donnerstag etwa 50 Minuten nach dem Start um 0.55 Uhr in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou abgerissen. Die Agentur AFP zitierte eine Quelle bei Air Algérie, wonach der Kontakt mit der Besatzung offenbar abgebrochen ist, nachdem das Flugzeug - noch im malischen Luftraum, aber in der Nähe der algerischen Grenze - seinen Kurs geändert habe: „Das Flugzeug hatte nicht mehr weit zur algerischen Grenze, als man versucht hat, einen anderen Kurs einzuschlagen, wegen schlechter Sicht und um das Risiko einer Kollision mit einem anderen Flugzeug auf der Route Algier-Bamako zu vermeiden." Diese Version wird vom Transportminister von Burkina Faso bestätigt: Um 1.38 Uhr erfolgte eine Anfrage, wegen eines Sandsturms die Route ändern zu dürfen. Eine andere Version präsentierte der algerische Fernsehsender El-Nahar: Das Flugzeug sei abgestürzt, nachdem es den Luftraum von Niamey, der Hauptstadt des Niger, durchquert hatte.

Bei der Maschine handelt es sich um eine MD-83 des US-Herstellers McDonnell Douglas. Die MD-83 ist ein seit 1980 auf Kurz- und Mittelstrecke gebräuchlicher Typ. 1997 wurde McDonnell Douglas vom Konkurrenten Boeing gekauft. Die Unglücksmaschine war 18 Jahre alt. (ag.)

(APA/AFP/DPA/Reuters/Bloomberg/red)