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"Bald ist die Hölle los": Russland-Sanktionen treffen Finnland

Europe Container Terminals BV Operations At Port Of Rotterdam Ahead Of Dutch Second-Quarter GDP
Bloomberg

Die ersten Unternehmen in Finnland reagieren mit Jobabbau auf die erwarteten Absatzeinbußen durch den russischen Importstopp.

Das Sanktionen-Duell zwischen den EU-Staaten und Russland hat in Finnland erste folgenschwere Unternehmer-Reaktionen hervorgerufen. Der Milchprodukte-Konzern Valio kündigte bereits am Wochenende an, wegen der zu erwartenden Absatzeinbußen bis zu 800 Mitarbeiter freistellen, beziehungsweise deren befristete Verträge nicht verlängern zu wollen.

Zusätzlich dazu müssen 500 Valio-Mitarbeiter in Russland damit rechnen, nach Abbau der Lagerbestände stempeln gehen zu müssen. Indirekte Auswirkungen hat die Entscheidung auch auf praktisch sämtliche Molkereibetriebe in Westfinnland, die Valio mit Rohmilch beliefern.

Valio lieferte bisher über 20 Prozent seiner Produktion nach Russland, berichtet "Taz.de". Insgesamt verliert die finnische Agrarwirtschaft dem Bericht zufolge ein Drittel ihres Exportmarkts – in der EU ist nur Litauen ähnlich hart betroffen. 

Auswirkungen auf Transportbranche

Auch der Transport- und Logistikkonzern Schenker deutete an, früher oder später in Finnland sparen zu müssen. Das Thema Handelssanktionen beschäftigt auch die finnischen Medien intensiv.

Schenker-Finnland-Geschäftsführer Jouni Sopula sagte in einem Artikel in der Tageszeitung "Savon Sanomat", Valio sei der größte einheimische Kunde seines Unternehmens, Auswirkungen auf sein Unternehmen und die gesamte Transportbranche in Finnland seien wohl unvermeidlich.

Das in Tampere erscheinende "Aamulehti" etwa warnte am Montag angesichts des "Handelskrieges", dass die ohnehin bereits angeschlagene finnische Wirtschaft vor "turbulenten Zeiten" stünde und bald "die Hölle los" sein könnte.

Suche nach neuen Märkten

Auf wirtschaftspolitischer Ebene hat eifriges Köpfezerbrechen eingesetzt, wie auf die Schnelle neue Exportmärkte für die finnischen Lebensmittelbetriebe erschlossen werden können. Mit einem Preisverfall für Händler und Konsumenten rechnet man in Finnland erst in ein paar Monaten.

Auch Polen und die baltischen Staaten klagen über die Auswirkungen der Ukraine-Krise.

>>> Artikel auf "Taz.de"

(APA/Red.)