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Fürstin Melinda Esterhazy ist tot

F�rstin Melinda Esterh�zy verstirbt Mittwochnacht im Kreis ihrer Familie
(c) esterhazy (esterhazy)
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Die Witwe des zwölften und letzten Fürsten Paul V. Esterhazy starb im Alter von 95 Jahren. Sie hatte sich 2002 aus allen offiziellen Funktionen zurückgezogen.

In der Nacht auf Donnerstag ist Fürstin Melinda Esterházy de Galántha im 95. Lebensjahr im Kreis ihrer Familie in Eisenstadt entschlafen. Melinda Esterházy wurde am 24. Mai 1920 als Tochter des Gerichtspräsidenten Dr. Dezsö Ottrubay in Budapest geboren. In sehr jungen Jahren war sie bereits ein Ballett-Star an der Budapester Oper. Aus Liebe zu ihrem künftigen Ehemann beendete sie 1946 ihre bedeutende Karriere als Prima Ballerina Assoluta.

Im selben Jahr ehelichte sie das damalige Oberhaupt und letzten regierenden Fürsten der Familie, Paul V. Esterházy. Bis dahin hatte in Ungarn bereits die erste große Vermögensenteignung stattgefunden. 1949 wurde Paul Esterházy in einem spektakulären Schauprozess gemeinsam mit dem Primas von Ungarn, Kardinal Jószef Mindszenty zu einer langjährigen Kerkerhaft verurteilt und sein verbleibendes Vermögen in Ungarn konfisziert. Während des Ungarnaufstandes im Jahr 1956 konnte das Paar über Österreich in die Schweiz fliehen und lebte dort zurückgezogen bis zum Tod von Paul Esterházy im April 1989.

Melinda Esterházy wurde durch ihren Gatten als Gesamterbin des bedeutenden Grundbesitzes und der Kulturgüter in Österreich eingesetzt. Die weitverzweigte, zumeist im Ausland lebende Familie, beschenkte sie über den Verkauf des Wiener Palais an der Wallnerstraße auf großzügige Weise. Ab 1994 stiftete sie den historischen esterházyschen Besitz in verschiedene unauflösliche burgenländische Privatstiftungen. Im Jahr 2000 veranlasste sie in der Verwaltung der Stiftungen einen Generationswechsel, verbunden mit einer breiten Modernisierung der Wirtschaftsbetriebe. Im Herbst 2002 zog sie sich - erst im 83. Lebensjahr - aus allen offiziellen Funktionen zurück.

(APA)