Deutschland und Dänemark schicken mehr Soldaten nach Polen

Die norwegische Premierministerin Erna Solberg, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und die dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt
Die norwegische Premierministerin Erna Solberg, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und die dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt(c) APA/EPA/ANDY RAIN (ANDY RAIN)
  • Drucken

Der Multinationalen Korps Nordost wird aufgestockt, damit das Hauptquartier in Stettin zukünftig besser auf Bedrohungen reagieren kann.

Als Reaktion auf die Ukraine-Krise stocken Deutschland, Dänemark und Polen die Zahl ihrer Soldaten in Stettin auf. Die drei Nationen betreiben in der polnischen Stadt mit rund 200 Soldaten das Hauptquartier des sogenannten Multinationalen Korps Nordost, das bisher binnen sechs Monaten einsatzfähig sein musste.

Künftig soll sich die Vorwarnzeit auf ein bis drei Monate verringern und die Zahl der Soldaten auf etwa 400 steigen. Die Zahl der Bundeswehr-Soldaten in Stettin dürfte sich damit von 30 auf 60 verdoppeln. Damit könne das Hauptquartier besser auf zukünftige Bedrohungen und Herausforderungen reagieren, teilte das deutsche Verteidigungsministerium mit. Bei einem Angriff auf das Bündnisgebiet der NATO soll das Hauptquartier Kampftruppen der westlichen Militärallianz führen.

Schnelle Eingreiftruppe mit 4000 Soldaten

Die Aufstockung des Stützpunktes in Stettin gehört zu einem ganzen Maßnahmenpaket, das der NATO-Gipfel in Wales am Freitag beschließen will und das die Schlagkraft der Allianz als Reaktion auf die Ukraine-Krise erhöhen soll. Außerdem wollen die Staats- und Regierungschefs nach Angaben aus Militärkreisen die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe mit etwa 4000 Soldaten beschließen, die binnen zwei Tagen einsatzfähig sein soll. Eine dauerhafte Stationierung von NATO-Kampftruppen im Osten, wie sie etwa Polen gefordert hatte, sei dagegen unwahrscheinlich.

Stattdessen dürften die Maßnahmen verlängert werden, mit denen die NATO seit Beginn der Ukraine-Krise Stärke am Ostrand ihres Gebiets demonstriert: Dazu zählen vermehrte Manöver zu Lande, zu Wasser und in der Luft, eine Verstärkung der Luftraumüberwachung über dem Baltikum und die Verlegung von US-Fallschirmjägern nach Polen und ins Baltikum. Damit zeigt die NATO eine verstärkte Präsenz im Osten, ohne dauerhaft Kampftruppen dort zu stationieren, was die NATO-Grundakte von 1997 verbietet.

(APA/Reuters)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Nato-Generalsekretär Rasmussen mit Matteo Renzi und James Cameron.
Außenpolitik

Nato-Gipfel: Rasmussen will höhere Verteidigungsetats

Generalsekretär Rasmussen will den Trend zu immer niedrigeren Budgets umkehren. Die Nato sei "kein Relikt des Kalten Krieges".

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.