Zentralrat der Muslime berät Banken

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Damit Moslems in Deutschland ihr Geld im Einklang mit dem Islam anlegen können, bietet der Zentralrat der Muslime seine Beratung den Geschäftsbanken an. Es geht um rund 20 Milliarden Euro.


Der Zentralrat der Muslime in Deutschland bietet deutschen Banken seine Beratungs- und Prüfdienste im islamischen Finanzgeschäft an: Der ZMD prüfe Finanzierungs- und Anlageangebote von Banken und anderen Finanzinstitutionen auf ihre "Übereinstimmung mit den Grundsätzen und Prinzipien des Islam", kündigte der Verband an. Deutsche Banken hinkten im Geschäft mit islamischen Produkten hinterher.

Hilfe für beide Seiten

Der Zentralrat will zugleich auch Muslimen helfen, "mit ihrem Vermögen auf islamische Weise umzugehen". Das Vermögen der rund 3,5 Mio. Muslime in Deutschland werde auf 20 Mrd. Euro geschätzt.

Trotz dieser hohen Summe fehlten für die Finanz-Bedürfnisse der Muslime in Deutschland noch immer die Anbieter, erklärte der ZMD-Vorsitzende Ayyub Köhler. "Wir erhalten regelmäßig Anfragen von Muslimen aus ganz Deutschland, wie sie mit ihrem Geld islamisch umgehen und/oder ihr Vermögen im Einklang mit ihrem Glauben anlegen sollen." Der Verband wolle seinen Anteil dazu beitragen, "dass auch in Deutschland Muslime islamkonform in die Finanzwelt integriert werden."

Zinsen verboten, Aufschläge erlaubt

Das islamische Recht, die Scharia, verbietet nämlich Zinsen. In islamischen Ländern nutzen viele das System des Murabaha im Einklang mit ihrer Religion.

Islamic Banking in Österreich ?

In Österreich gibt es schon seit längerem Pläne für echtes Islamic Banking. Derzeit bieten aber nur einige Banken so genannte Islam-Fonds an, die im Einklang mit der Scharia stehen. Wer beim Investment auf christliche Werte achten möchte, der kann auf so genannte "Bibel-Fonds" setzen. (Ag./ebl)