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"Fenice"-Brandstifter nach 16 Monaten wieder auf freiem Fuß

(c) AP (Luca Bruno)
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Ein Mailänder Gericht hat einem 36-jährigen Elektriker Freiheit auf Bewährung zugestanden. Um zu vertuschen, dass er mit der Arbeit im Venezianer Theater "La Fenice" in Verzug ist, hat er Feuer gelegt.

Der Elektriker Enrico Carella, der wegen des verheerenden Brands im Fenice-Theater von Venedig im Jahr 1996 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, ist wieder frei. Dem 35-jährigen Venezianer wurde von einem Mailänder Gericht nach nur 16 Monaten Haft Freiheit auf Bewährung zugesprochen.

Carella ist im Mai 2007 nach vier Jahren Flucht im Auftrag der italienischen Polizei in Mexiko festgenommen worden. Carella musste ins Gefängnis, nachdem die Kassation in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, die Strafe des Berufungsgerichts bestätigt hatte.

Auf freiem Fuß befindet sich auch Carellas Vetter Massimiliano Marchetti, der ebenfalls wegen Brandstiftung letztinstanzlich zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war. Marchetti profitierte von einem 2006 gebilligten Strafnachlass.

Brandstiftung für Vertuschung

Die beiden Elektriker, deren Firma hoch verschuldet war, waren bei den Arbeiten im Fenice-Theater in Verzug geraten und hatten deswegen laut den Richtern ein kleines, begrenztes Feuer legen wollen, um den Termin der Fertigstellung hinauszuzögern.

Der Brand im Jahr 1996 geriet dann außer Kontrolle. Die Kanäle um das Theater waren in jenen Tagen ausgetrocknet, da sie gereinigt werden sollten. So konnte die Feuerwehr die Flammen nicht rechtzeitig löschen. Bis auf die Fassade blieb von dem berühmten Bauwerk nichts übrig. Das renovierte Theater ist seit Dezember 2003 wieder offen.

(Ag.)