Ölpreis hat sich seit Juli auf 70 Dollar halbiert

(c) AP (Seth Perlman)

Die OPEC hat schon ihre Prognose für die weltweite Erdölnachfrage im kommenden Jahr gesenkt. Auch mit den Börsen geht es bergab.

Wien. (höll). Die Ölpreise sind wegen des konjunkturellen Abschwungs auf ein neues Jahrestief gefallen. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent verbilligte sich am Mittwoch um fünf Prozent und erreichte die 70-Dollar-Marke. Auch mit der US-Sorte WTI ging es bergab. Damit haben sich die Ölpreise seit dem Rekordhoch im Juli halbiert. In Österreich kritisierten Autofahrerklubs, dass die Tankstellenbetreiber den Rückgang nur unzureichend an die Konsumenten weitergeben.

Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank geht davon aus, dass die Finanzkrise und die negativen Folgen für die Konjunktur auch in den kommenden Wochen noch für „Enttäuschungspotenzial“ sorgen werden. Laut Weinberg dürften sich die Ölpreise in den kommenden Monaten in einer Spanne zwischen 80 und 100 Dollar bewegen.

Die OPEC hat schon ihre Prognose für die weltweite Erdölnachfrage im kommenden Jahr gesenkt. Hauptgrund seien die zu erwartenden Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft, hieß es. Demnach soll 2009 die Ölnachfrage um 190.000 Barrel pro Tag sinken.

Anleger greifen wieder verstärkt zu Gold. Die Feinunze verteuerte sich auf 847 Dollar (plus zwei Prozent). „Gold wird immer noch als sicherer Anlagehafen betrachtet“, sagte ein Analyst der Deutschen Bank.

An den Börsen herrschte gestern wieder schlechte Stimmung. Der Wiener Aktienmarkt hat gemeinsam mit den europäischen Leitbörsen seine Talfahrt beschleunigt. Größte Belastungsfaktoren waren dabei die Großbanken Erste Bank und Raiffeisen International. Die Immobilienwerte Immofinanz und Immoeast gaben die Vortagesgewinne wieder ab.

 

USA befindet sich in einer Rezession

Grund für die Verluste sind schlechte Wirtschaftsdaten aus den USA. Laut einer Sprecherin der US-Notenbank werde die Wirtschaft im dritten und vierten Quartal schwächer ausfallen als erwartet und vermutlich gar nicht wachsen. „Tatsächlich, die US-Wirtschaft scheint in einer Rezession zu sein“, sagte sie.

Zudem wurde bekannt, dass sich das US-Defizit im abgelaufenen Steuerjahr auf 455 Mrd. Dollar fast verdreifacht hat.