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Schweiz und Norditalien im Tiefschnee

Schnee in Italien
(c) EPA (Daniel Dal Zennaro)
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Ein Mittelmeertief beschert der Alpensüdseite in Italien und der Schweiz starke Schneefälle. Die Behörden raten, aufs Auto zu verzichten. In Venedig wächst die Hochwassergefahr.

Meterhoher Schnee in den schweizerischen und italienischen Alpen, Hochwasser in Venedig und Rom: Das Mittelmeertief "Tine" hat zu teilweise massiven Problemen geführt. In der Schweiz gab es für den Schwerverkehr Behinderungen beim Alpentransit, in der Nähe von Rom ist eine Frau ertrunken, als sie mit ihrem Auto in einer überfluteten Unterführung hängenblieb. Der Tiber führt Hochwasser, befürchtet wurde, dass der Fluss mehrere Stadtteile überflutet.

Die Behörden in Rom haben für den Fall von großflächigen Überschwemmungen einen Evakuierungsplan vorbereitet. Der Tiber hat nach Angaben des Zivilschutzes in den vergangenen 40 Jahren nicht so viel Wasser geführt wie jetzt. Bürgermeister Gianni Alemanno hatte bereits am Donnerstag den Notstand erklärt, nachdem wegen der heftigen Regenfälle Straßen überflutet sowie der Bahn- und Flugverkehr unterbrochen worden waren. In einer Nacht war so viel Regen gefallen wie sonst im ganzen Monat Dezember, sagte Alemanno.

In der Schweiz wurden weitere Schneefälle mindestens bis Freitagabend prognostiziert. Im Tessin lag am Donnerstag in der Früh ein halber Meter Schnee, eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Menge. Die beiden Alpentransitachsen über den Gotthard und den San Bernardino waren blockiert. Hunderte Lkw-Lenker mussten schon die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen, die Warteräume auf beiden Seiten der Alpen waren voll besetzt.

Mit der Schneehöhe steigt auch die Lawinengefahr: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos bezeichnete die Lawinengefahr in Teilen der Alpen als groß, was der zweithöchsten Gefahrenstufe entspricht.

Behörden: Auf Auto verzichten


In den italienischen Alpen gab es ebenfalls ungewöhnlich große Schneemengen, hauptbetroffen waren die Regionen Friaul, Trentino-Südtirol und Ligurien. Das Innenministerium appellierte an die Norditaliener, auf nicht unbedingt notwendige Autofahrten zu verzichten. Nahe der Stadt Vicenza in Venezien verletzte sich eine 13-Jährige, als sie mit einem Schneeblock vom Dach eines Hauses stürzte.

Im Trentino fiel in einigen Schulen der Unterricht aus. Auf den Mailänder Flughäfen Linate und Malpensa kam es wegen der Schneefälle zu Verspätungen. In Venedig waren Teile der Stadt zum zweiten Mal binnen weniger Tage überschwemmt. Das Wasser stand bis zu 1,1 Meter hoch.

In Süditalien waren viele Schiffsverbindungen wegen starken Regens und stürmischer See unterbrochen. Besonders schwierig war die Situation in Palermo. Wegen der heftigen Regenfälle mussten Rettungsmannschaften mehreren Autofahren zur Hilfe kommen.

(Ag.)