Bevölkerung: Ohne Zuwanderung würde Österreich schrumpfen

Archivbild: Österreichische Fußballfans im Happel-Stadion
Archivbild: Österreichische Fußballfans im Happel-StadionAPA/HERBERT NEUBAUER

Zum Jahr 2040 wird Österreich 9,4 Millionen Einwohner haben. Ohne Zuzug aus dem Ausland wären es dann 8,1 Millionen - also weniger als heute.

Österreich Bevölkerung wächst in Zukunft ausschließlich durch Zuwanderung. Das geht aus den Prognosen der Statistik Austria hervor, die bis zum Jahr 2060 errechnet und am Donnerstag in Wien präsentiert wurden. Demnach wird die Bevölkerung Österreichs in Zukunft etwas stärker wachsen als zuletzt. Am stärksten wirkt sich der Zuzug in Wien aus, das in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre von mehr als zwei Millionen Menschen bevölkert sein wird.

Schon im Lauf des Jahres 2013 ist die Einwohnerzahl in Österreich durch sogenannte Wanderungsgewinne um 56.000 gestiegen, von 8,452 auf 8,508 Millionen. Bis 2040 steigt die Einwohnerzahl auf 9,41 Millionen (plus 11,0 Prozent), bis 2060 auf 9,62 Millionen (plus 13,4 Prozent im Vergleich zu 2013). Zuvor waren die Statistiker noch von einem geringeren Zuwachs bis 2060 auf 9,37 Millionen ausgegangen, das wäre rund eine Viertelmillion Menschen weniger als in der neuen Prognose.

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Die Zuwanderung ist der einzige Faktor, der die Bevölkerungszahl wachsen lässt, und ohne Zuzug würde auch der Anteil der Einwohner im erwerbsfähigen Alter zurückgehen: Wenn die Babyboomer ins höhere Alter kommen, wird die Zahl der jährlichen Sterbefälle deutlich jene der Geburten überwiegen. Ohne Einwanderer würde die Einwohnerzahl vorerst stagnieren. Bis zum Jahr 2040 würde sie dann auf 8,12 Millionen und bis zum Jahr 2060 auf 7,17 Millionen schrumpfen, legten die Statistiker dar.

2060 fast 30 Prozent im Pensionsalter

Kräftige Zuwächse verzeichnen die über 65-Jährigen: Ab 2020 kommen die "Babyboomer" ins Pensionsalter, außerdem erreichen immer mehr Menschen ein hohes Alter. Im Jahr 2013 waren 18 Prozent der Bevölkerung bzw. 1,54 Millionen Menschen 65 Jahre und älter. Bis 2060 wird diese Zahl um ganze 78 Prozent auf 2,78 Millionen steigen. Waren also im vergangenen Jahr 18 Prozent der Bevölkerung im Pensionsalter, werden es in zehn Jahren mehr als 20 Prozent und nach 2035 mehr als ein Viertel sein. Bis 2060 steigt der Anteil der über 65-Jährigen dann auf 29 Prozent. Ohne Migration würde der Anteil der über 65-Jährigen bis 2060 sogar auf 37 Prozent steigen.

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Meiste Zuwanderer aus der EU

In Österreich leben 1,37 Millionen zugewanderte Menschen, das sind 16 Prozent der Bevölkerung. Bis 2030 steigt ihre Zahl laut Prognose der Statistik Austria auf 1,99 Millionen (plus 44 Prozent), bis 2060 auf 2,47 Millionen (plus 80 Prozent). Der Anteil der im Ausland geborenen Einwohner nimmt damit auf 22 Prozent bis zum Jahr 2030 bzw. 26 Prozent bis 2060 zu. Der Großteil stammt aus der EU.

Wien hat schon jetzt mit 31 Prozent den höchsten Anteil an im Ausland geborener Bevölkerung, bis 2030 steigt er daher vergleichsweise weniger stark auf 39 und bis 2060 auf 42 Prozent, das sind heute 551.000 Menschen und künftig 788.000 (plus 43 Prozent) bzw. 929.000 (plus 69 Prozent).

In den Bundesländern liegt der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung zwischen neun Prozent (Burgenland) und 18 Prozent (Vorarlberg). 2060 wird Vorarlberg mit 28 Prozent nach Wien den höchsten Anteil ausweisen, das Burgenland mit 16 Prozent den niedrigsten.

Statistik Austria
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(APA)