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"Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben"

Elton John ist wütend auf Dolce und Gabbana
Elton JohnREUTERS
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Das italienische Designer-Duo Dolce & Gabbana hatte in einem Interview seine konservative Meinung zum Thema Leihmutterschaft öffentlich gemacht. Elton John ruft zum Boykott der Marke auf. Italienische Rechtsparteien reagieren scharf.

Elton John ist sauer auf Domenico Dolce und Stefano Gabbana. Die homosexuellen Designer hatten in einem Interview der italienischen Zeitschrift "Panorama" ihre Ablehnung von "synthetischen Babys" und "gemieteten Gebärmüttern" publik gemacht - zum Ärger des britischen Musikers, der mit seinem Mann zwei Kinder hat, die eine Leihmutter zur Welt brachte. Dolce in dem Interview: "Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben. Ich denke, man kann nicht alles im Leben haben... Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie."

Elton John ruft wegen dieser Meinungsäußerung sogar zum Boykott der Marke auf. "Wie kommt Ihr dazu, meine schönen Kinder als "künstlich" zu bezeichnen", schrieb Elton John bei Instagram. "Euer altertümliches Denken ist hinter der Zeit her, genau wie eure Mode. Ich werde nie wieder Dolce und Gabbana tragen." Ricky Martin und Courtney Love sollen sich Johns Aktion bislang angeschlossen haben. Dolce & Gabbana veröffentlichten unterdessen ein Statement, in dem sie daran erinnern, dass in einer Demokratie mehrere Meinungen möglich sein sollten: "Es war nicht unsere Absicht, über andere Leute zu urteilen. Wir glauben an die Freiheit und die Liebe. Wir sind Verfechter der Demokratie und dem fundamentalen Recht auf Meinungsfreiheit".

Italiens Rechtsparteien gegen John

Italienische Rechtsparteien reagieren scharf auf Elton John nach dessen Kritik an den schwulen Designern Domenico Dolce und Stefano Gabbana. "Elton John ist ein Taliban. Die Kampagne, die er gegen Dolce&Gabbana führt, ist unerträglich und schandhaft, ein Angriff auf die Meinungsfreiheit. Elton John wendet die selben Methoden wie die islamischen Fundamentalisten gegen 'Charlie Hebdo' an. Dabei denken Dolce&Gabbana wie die meisten Italiener: Ein Kind braucht einen Vater und eine Mutter: Schluss", kommentierte der katholische Politiker Roberto Formigoni.

"Die Fatwa gegen Dolce&Gabbana ist hysterisch und sehr unbritisch", kommentierte Elvira Savino, Parlamentarierin der rechtskonservativen Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi. Die neofaschistische Partei Forza Nuova verlieh Dolce und Gabbana die Ehrenmitgliedschaft. "Sie haben den Mut, sich für die Werte der traditionellen Familie einzusetzen", so Parteichef Roberto Fiore. Er appellierte an die Italiener, Elton John zu boykottieren. "Er ist der Chef jener homosexuellen, rassistischen Lobby, die die natürliche Ordnung verzerren will, die sich auf die traditionelle Familie stützt", schrieb Fiore.

Viva la mamma

Das Thema Fortpflanzung haben die beiden Designer jüngst auch in ihrer Kollektion für die Saison Herbst/Winter 2015/16 aufgegriffen, diese widmeten sie einer italienischen Ikone: der Mama. Die dazugehörige Modeschau bildete auch den emotionalen Höhepunkt der "Milano Moda Donna". Einige der Models liefen mit kleinen Kindern über den Laufsteg, bei manchen waren es die eigenen. Besonderen Applaus erhielt damals das italienische Topmodel Bianca Balti. Die 30-Jährige ist im siebten Monat schwanger. Auf ihren Kleidern rankten Rosen, das dekorative Leitmotiv der neuen Dolce & Gabbana-Kollektion. Hin und wieder wurden sie flankiert von Sätzen wie "Ti voglio bene mamma" ("Ich hab' dich lieb Mama"). Andere Modelle sahen aus, als hätten die Kleinen Mamis Lieblingskleid höchstpersönlich bemalt. 

 

(APA/dpa/red.)