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Frau starb nach Ablehnung ihres Sterbehilfe-Antrags

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Hand mit Kerzen(c) BilderBox
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Eine neuseeländische Krebspatientin, deren Antrag auf Sterbehilfe gerichtlich abgelehnt wurde, starb wenige Stunden nach der Entscheidung.

Eine Krebspatientin in Neuseeland, deren Antrag auf Sterbehilfe vor Gericht abgelehnt wurde, ist wenige Stunden nach der Justizentscheidung eines natürlichen Todes gestorben. Die 42-jährige Lecretia Seales sei am Freitagmorgen gestorben, teilte ihre Familie mit. Kurz zuvor hatte das Oberste Gericht entschieden, dass nicht die Justiz, sondern das Parlament über Sterbehilfe entscheiden müsse.

"Leider" sei die Patientin nur wenige Stunden, nachdem sie von dem Urteil erfahren habe, gestorben, erklärte Richter David Collins. Er spreche ihren Angehörigen und Freunden sein "tiefstes Beileid" aus.

Seales litt an einem nicht operierbaren Gehirntumor, ihr Fall hatte in Neuseeland für großes Aufsehen gesorgt. In ihrer Klage verlangte sie Straffreiheit für ihren Arzt. Ihre Anwälte argumentierten, dass der Arzt der Frau helfen können müsse, wenn ihr Leid unerträglich werde. Eine Verweigerung dieser Hilfe verstoße gegen die Menschenrechte der Patientin.

Rechtslage in Neuseeland "nicht ideal"

Der Richter entschied aber, dass der Arzt nach geltender Rechtslage bei der Verabreichung eines todbringenden Medikaments wegen Mordes angeklagt werden könne. Er würde sich demnach auch strafbar machen, wenn er der Frau ein Medikament zum Suizid zur Verfügung stellen würde. Um Seales' Wunsch auf Sterbehilfe zu erfüllen, müsse das Strafrecht vom Parlament geändert werden, erklärte Collins. Es gehe um "komplexe rechtliche, philosophische, moralische und medizinische Fragen", die nicht von Gerichten geklärt werden könnten.

Seales' Familie betonte, dass der Richter in seiner Entscheidung anerkannt habe, dass ihr Wunsch auf Sterbehilfe eine "rationale" und gut durchdachte "Reaktion auf ihren Zustand" gewesen sei. Für die Familie sei es aber "schrecklich enttäuschend", dass der Richter daraufhin nicht auch "den letzten Schritt gemacht" habe. Das Urteil zeige also, dass die Rechtslage in Neuseeland "nicht ideal" sei.

(Schluss) ad