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Sony mit erstem Verlust seit 14 Jahren

Sonys TV sets are displayed at an electronic shop in Tokyos TV sets are displayed at an electronic shop in Tokyo
(c) REUTERS (Kim Kyung-hoon)
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Der Elektronik- und Filmgigant Sony verliert im Geschäftsjahr 2008/09 netto 788 Millionen Euro nach einem Gewinn von 2,8 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Vor allem die Elektronik-Sparte kostete 1,3 Milliarden Euro.

Der japanische Elektronikkonzern Sony ist infolge der Wirtschaftskrise zum ersten Mal seit 14 Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich verlor Sony 102 Milliarden Yen, das sind 771 Millionen Euro zum Kurs von 129,6284 vom 14. Mai 2009 um 17:00 Uhr.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Sony

Veränderung

2008/09 2007/08 in Mio. € in %
Umsatz 54.849,50 63.271,93 -8.422,43 -13,31
Erlöse gesamt 59.631,94 68.437,27 -8.805,33 -12,87
Ergebnis operativ -1.757,20 3.666,63 -5.423,83
Ergebnis vor Steuer -1.349,67 4.375,08 -5.724,74
Nettoergebnis -788,52 2.805,37 -3.593,89
nach Minderheiten -763,24 2.849,95 -3.613,20

Größtes Segment mit größten Einbruch

Das volumsmäßig wichtigste Segment von Sony brachte auch den größten Einbruch: In der Elektronik-Sparte fiel ein operativer Verlust von fast 1,3 Milliarden Euro an.

Die Segmente im Überblick:

Sony Segmente

Veränderung
Operatives Erg. 2008/09 2007/08 in Mio. € in %
Elektronik -1.296,66 3.408,10 -4.704,76 -138,05
Spiele -451,10 -960,64 509,53 -53,04
Filme 230,78 451,48 -220,69 -48,88
Finanzservice -240,36 174,83 -415,19
andere 234,26 469,03 -234,77 -50,05

Playstation 3 kommt langsam in Fahrt

Wie oben ersichtlich ist die Gaming-Sparte immer noch defizitär, allerdings nicht mehr so massiv wie im Vorjahr. Die auslaufende Playstation 2 verkaufte sich allerdings nicht viel schlechter als Sonys Prestige-Konsole, die Playstation 3. Dass diese Hightech-Konsole mit integriertem BluRay-Player im Gegensatz zu Nintendos Wii vor allem Vielspieler anspricht, zeigt der massive Anstieg der Softwareverkäufe. 

Die Konsolen-Absätze im Überblick:




Veränderung
Konsolen-Sony 2008/09 2007/08 absolut in %
PS2 – Konsolen 7,91 13,66 -5,75 -42,09
PS2 – Software 83,50 154,00 -70,50 -45,78
PSP – Konsolen 14,11 13,81 0,30 2,17
PSP – Sofware 50,30 55,50 -5,20 -9,37
PS3 – Konsolen 10,06 9,12 0,94 10,31
PS3 – Software 103,70 57,90 45,80 79,10

 

Trister Ausblick auf 2009

Für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 ist Sony angesichts der anhaltenden Rezession pessimistisch und rechnet bis März 2010 mit einem Verlust von 120 Mrd. Yen. Vor allem das erste Quartal verhagelte Sony die Bilanz: Von Jänner bis März verlor das Unternehmen wegen des starken Yens und der einbrechenden Nachfrage 165 Mrd. Yen.


Ein Rechenbeispiel soll diesen Währungseffekt verdeutlichen:

Angenommen, ein Fernseher kostet 200.000 Yen. Der Ausgangskurs sei 1:100, man bekommt für einen Euro also 100 Yen. Somit kostet der Fernseher 200.000:100 = 2.000 Euro. Steigt nun der Yen-Kurs auf z.B. 1:80 (man bekommt also für einen Euro nur noch 80 Yen), so kostet der gleiche Fernseher mit dem gleichen Yen-Preis 200.000:80 = 2.500 Euro. Um diesen höheren Europreis würden aber wahrscheinlich weniger Fernseher verkauft werden. Daher wird am Markt der Europreis (fast) gleichbleiben. Das führt dazu, dass Sony in Japan weniger Yen für seine Fernseher bekommt.