Europa League: Rapids Krönung eines goldenen Herbstes

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Rapid beendet nach dem 2:1 über Dinamo Minsk die Gruppenphase vor dem spanischen Topklub Villarreal auf Platz eins. Ein Vorteil für die K.o.-Phase ist damit garantiert.

Mit dem Heimspiel gegen Dinamo Minsk beschloss Rapid Donnerstagabend im Ernst-Happel-Stadion die Europa-League-Gruppenphase. Das erstmalige Überwintern im Europacup seit 20 Jahren stand schon davor fest, dennoch blieb der 2:1-Erfolg über den weißrussischen Vizemeister keineswegs bedeutungslos. Weil Villarreal beim 3:3 in Pilsen patzte, überholte Rapid die Spanier in der Tabelle der Gruppe E und beendete diese auf Rang eins.


Damit entgehen die Hütteldorfer bei der Auslosung zur K.o.-Phase am Montag in Nyon (13 Uhr, live in Puls 4, Eurosport) als gesetztes Team den elf anderen Gruppensiegern der Europa League sowie den vier besten Gruppendritten der Champions League. Duelle mit dem FC Porto, Olympiakos Piräus, Manchester United oder Bayer Leverkusen sind damit ausgeschlossen, dafür könnte der Gegner FC Sevilla, Valencia, Galatasaray oder – wie schon in der Champions-League-Qualifikation – Schachtar Donezk heißen. Als Gruppenzweiter aus der Europa League sind auch Dortmund und Fenerbahce mögliche Konkurrenten. Außerdem genießt die Mannschaft von Zoran Barisic im Rückspiel des Sechzehntelfinals am 25. Februar Heimrecht, das Hinspiel findet am 18. Februar statt.


Stürmertore, eine Rarität


Gegen Minsk wussten die personell geschwächten Rapidler in Halbzeit eins zu gefallen, danach ließen Kräfte und Konzentration gleichermaßen nach. Die Wiener kamen zunächst zu guten Torchancen, die beste fand Steffen Hofmann in der 21. Minute vom Elfmeterpunkt vor, just in seinem 70. Europacupspiel aber scheiterte der Kapitän. Wenig später traf Hofmann doch zum 1:0, allerdings nicht Steffen sondern der um 13 Jahre jüngere Innenverteidiger Maximilian (29.).


Dinamo, in der Qualifikation gegen Salzburg erfolgreich, strahlte bei Kontern Gefahr aus. Korzun (16.) und Korytko (42./Stange) kamen dem Torerfolg nahe, Treffer waren aber vorerst eine reine Rapid-Angelegenheit. In der 59. Minute stellte Matej Jelic vor 34.000 Fans auf 2:0. Kurios: Der zehnte Treffer der Wiener in der Gruppenphase war zugleich der erste eines Stürmers.


Für eine spannende Schlussphase sorgte Dinamos Wechselspieler El Monir. Der Mittelfeldakteur aus Libyen tänzelte Pavelic, Sonnleitner und Schlussmann Strebinger aus (64.), der finale Pfiff des Schiedsrichters kam einer grünweißen Erlösung gleich. „Wir können alle sehr stolz sein“, jubelte Torschütze Maximilian Hofmann.
Zoran Barisic zollte seinen Spielern „großen Respekt“, Gruppenplatz eins war schließlich keineswegs zu erwarten gewesen. „Es ist phänomenal wie sich die Mannschaft in der Gruppenphase präsentiert hat.“

Einen positiven Effekt haben die starken internationalen Vorstellungen auch auf die Finanzen der Hütteldorfer, so haben die Wiener nun schon 8,2 Millionen Euro an Prämien eingespielt. In der UEFA-Fünf-Jahreswertung fehlt im Frühjahr nur noch ein Rapid-Sieg (oder zwei Remis), damit Österreich der 15. Platz und damit wieder fünf Europacup-Startplätze in der Saison 2017/18 sicher sind.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2015)