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Vassilakous Radwegplan: Innenstadt-Chef geht auf die Barrikaden

Archivbild: Figl und Vassilakou bei der Pressekonferenz ''Schwedenplatz Neu'' im Juni.
Archivbild: Figl und Vassilakou bei der Pressekonferenz ''Schwedenplatz Neu'' im Juni.APA/HERBERT PFARRHOFER
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Bezirksvorsteher Figl führt Einwände "von allen Seiten" gegen die projektierte Radroute durch die Wipplingerstraße ins Treffen.

Bisher hat der Bezirksvorsteher der Wiener Innenstadt,  Markus Figl (ÖVP), anders als seine Vorgängerin Ursula Stenzel auf friedliche Kooperation mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) etwa bei der Neugestaltung von Schweden- und Stephansplatz gesetzt. Ausgerechnet wegen eines Radwegs geht Figl nun auf die Barrikaden. Er kritisierte am Freitag die projektierte Radroute durch die Wipplingerstraße.

Das Verkehrsressort hatte vor einigen Tagen angekündigt, eine Radverbindung zwischen Schottenring und Hoher Markt über die Wipplingerstraße bauen zu wollen. Konkret wird auf diesem Abschnitt das Fahren gegen die Einbahn ermöglicht. Die Maßnahme, die 350.000 Euro kostet und Bauarbeiten zwischen Anfang Oktober und Mitte November erforderlich macht, wird mit einem wichtigen Lückenschluss im Radwegenetz argumentiert.

Einsprüche "von allen Seiten"

"Der Entscheidung für diesen Lückenschluss gingen intensive Überlegungen und Abstimmungen voraus, unter mehreren Varianten ging eindeutig dieses Projekt als das am besten geeignete hervor. Unter anderem wurde festgestellt, dass für die wegfallenden Parkplätze ausreichend Kapazitäten im Umfeld vorhanden sind", informierte das Rathaus kürzlich per Aussendung.

Figl sieht das anders. Es habe Einsprüche "von allen Seiten" gegen das Projekt gegeben, ärgerte er sich in einer Pressekonferenz. So hätten die Wiener Linien etwa beklagt, dass die Straße jetzt schon sehr eng sei und mit Radstreifen kaum ein Durchkommen mit Bussen möglich. Die Feuerwehr befürchte für ihre Einsatzfahrzeuge ähnliches. Die vom Magistrat erhobenen 42 Parkplätze, die wegfallen, könnten wiederum weder von Polizei noch von ÖAMTC nachvollzogen werden. Der City-Chef bangt um 50 bis 70 Stellplätze, was laut Wirtschaftskammer wiederum den Unternehmen schade. Außerdem hätten sich bereits im Februar alle Bezirksfraktionen außer den Grünen gegen die Pläne ausgesprochen. Trotzdem versuche Vassilakou, "mit Gewalt" die kürzeste Radverbindung umzusetzen. "Überlegte Alternativrouten wurden nicht einmal ignoriert", so Figl. Die Stadtregierung habe offenbar vor, die Innere Stadt "in Fahrrädern zu ertränken".

Grüne: "Reflexartige Ablehnung" der ÖVP

Die Grünen verstehen die Aufregung um den geplanten Radweg nicht. Die ÖVP solle ihre "reflexartige Ablehnung" gegenüber jedem neuen Radweg aufgeben, appellierte Verkehrssprecher Rüdiger Maresch. Die neue Innenstadt-Querung sei sinnvoll, auch lokale Unternehmer profitierten.

 

(APA)