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Messerattacke in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

Polizei vor dem Supermarkt in Hamburg.(c) APA/AFP/dpa/PAUL WEIDENBAUM (PAUL WEIDENBAUM)
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Ein Mann attackierte in einem Supermarkt im Norden Hamburgs mehrere Menschen. Zeugen zufolge rief der Mann "Allahu Akbar". Einem Medienbericht zufolge war er Behörden als Islamist bekannt.

Bei einer Messerattacke in einem Supermarkt in Hamburg, im Bezirk Barmbek, hat es ein Todesopfer gegeben. Ein Mann habe mit einem Messer mehrere Menschen angegriffen. Eine Person starb, sechs wurden verletzt, teilte die Polizei am Freitag mit. Bei dem Toten geht die Polizei aufgrund von Ausweispapieren davon aus, dass es um einen 50-jährigen Deutschen handelt.

Nach dem Angriff war der Täter in Richtung U-Bahn gelaufen, er wurde allerdings von Passanten überwältigt. Anschließend wurde der Mann festgenommen. Er wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren und seit 26 Jahre alt, so die Polizei. Die Staatsangehörigkeit des nach der Tat Festgenommenen werde noch geklärt.

Die Polizei bildete eine Sonderkommission unter Beteiligung der Mordkommission und des Staatsschutzes. Letzterer ist für politisch motivierte Delikte zuständig. "Weiterhin wird in alle Richtungen ermittelt. Dies schließt Ermittlungen des Staatsschutzes ausdrücklich ein", erklärte die Polizei.

Medienbericht: Tatverdächtiger als Islamist bekannt

Der Messerstecher ist einem Medienbericht zufolge den deutschen Behörden als Islamist bekannt. Das berichtete am Freitag der "Tagesspiegel" und berief sich auf Sicherheitskreise. Der Zeitung zufolge handelt es sich bei dem nach seiner Tat festgenommenen Mann um einen Palästinenser, der 1991 in Saudi-Arabien geboren ist.

Er sei als Flüchtling nach Deutschland gekommen und habe in Hamburg eine einfache Beschäftigung gehabt. Bei seinem Angriff sei er religiös gekleidet gewesen. "Auch wenn das Motiv noch nicht ganz klar ist, müssen wir offenbar von einem Anschlag ausgehen", zitierte die Zeitung einen Sicherheitsexperten.

Zeugen: Täter rief "Allahu Akbar"

Zeugen zufolge war der Mann mit dem Messer in der Hand die Straße entlanggelaufen. "Dann hat er mal das Messer kurz hochgehalten und 'Allahu Akbar' geschrien, das hat er zweimal gemacht", sagte ein Anrainer der Deutschen Presse-Agentur. Der Zeuge verfolgte die Flucht des Mannes von einem Backshop aus. "Er hat das Messer in die Luft gehalten und dann 'Allahu Akbar' gerufen - so habe ich das verstanden", sagte auch ein weiterer Zeuge. Zill wollte zuvor Berichte, wonach der Angreifer "Allahu Akbar" gerufen habe, nicht bestätigen.

>> "Tagesspiegel"

 

(APA/dpa)